Burgtheaterchef Hartmann verteidigt sein Budget und kündigt Sparkurs an
- "Leichte Erhöhung" der Eintrittspreise notwendig
- In NEWS spricht er über den drohenden Sparzwang

Ich bin auf sehr vorsichtige Weise in das Haus gekommen, um erst einmal zu lernen, wie das hier alles funktioniert. Jetzt könnte es ungemütlicher werden. Es gibt ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind. Seitens der öffentlichen Hand besteht ein Sparzwang, und ich kann mich diesem gesellschaftlichen Phänomen, das nun mal alle trifft, nicht entziehen. Mit diesen Worten kündigt Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe einen sich anbahnenden Sparkurs an. Die Frage nach einer möglichen Verkleinerung des Ensembles will er nicht über die Presse erörtern. Aber wir werden nicht darum herumkommen, die Eintrittspreise leicht zu erhöhen.
Anlässe für Hartmanns Skepsis sind die derzeit vorgenommene Evaluierung der Bundestheaterbudgets und Anmerkungen des designierten Staatsoperndirektors Dominique Meyer, der die Burg" prozentuell überdotiert sieht. Hartmann: Das Gute am Bundestheatergesetz ist, dass der Änderung der Verteilung alle zustimmen müssen. Man sollte alles dafür tun, dass das immer so bleibt. Wir haben viel mehr Spielorte und Produktionen als die Oper, derzeit sechsundzwanzig zu vier. Und was sie aus den Eintrittspreisen generieren, ist für das Sprechtheater undenkbar. Wenn Herr Meyer ein anspruchsvolles Programm bieten und sich von dem sehr auf Effizienz bedachten Vorgänger unterscheiden möchte, ist das seine Entscheidung. Aber aus dem Budget des Burgtheaters lässt sich das sicher nicht rekrutieren. Das weiß auch Herr Meyer.
Für die Zeit ab dem 14. April kündigt Hartmann vier öffentliche Proben" seiner Adaption von Tolstois Krieg und Frieden" im umgebauten Kasino an. Wie es mit dem Projekt weitergeht, ist ungewiss. Hartmann: Wann und ob wir weiterproben, ist noch nicht entschieden. Ich habe am Anfang nach allen Regeln der Kunst versucht, ein neues Repertoire aufzubauen, auch mit vielen Inszenierungen von mir. Wenn man ein Haus aber irgendwann wie ein Repertoirebefriedigungsgerät führt, muss man auch mal ausscheren und Dinge machen, die nicht ergebnisorientiert sind. Das ist ja das Künstlerische im Eigentlichen Bereiche zu erkunden, die Neuland bedeuten.
Alles über den drohenden Sparkurs am Burgtheater lesen Sie jetzt in NEWS 14/10
