Blutige Unruhen in Bangkok: 19 Menschen kommen bei Ausschreitungen ums Leben
- Außenministerium warnt vor hohem Sicherheitsrisiko
- "Rothemden" lehnen Verhandlung mit Regierung ab

·Thailand: Opposition erhöht den Druck
Ministerpräsident lehnt Parlamentsauflösung ab
·Gewalt in Thailand
nimmt kein Ende
Demonstranten stürmen
Fernseh-Sendestation
·Blutlachen auf den Straßen von Bangkok
BILDER: Massenaderlass vor dem Regierungssitz
·In Bangkok herrscht Ausnahmezustand
Rothemden stürmten Thailands Parlament
Das österreichische Außenministerium hat die Warnstufe für Reisen in die thailändische Hauptstadt erhöht. Nach den blutigen Zusammenstößen besteht nun nach Einschätzung des Außenamtes ein "hohes Sicherheitsrisiko für den Großraum Bangkok". Nach Angaben der "Bangkok Post" sind bei den Zusammenstößen nach einer jüngsten Bilanz 19 Menschen ums Leben gekommen.
Bei den Opfern handelt es sich demnach um vier Soldaten und 15 Zivilisten, darunter ein japanischer Kameramann. Hunderte weitere Menschen wurden verletzt. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften ereigneten sich bisher vor allem an dem von Demonstranten besetzten Abschnitt der Rachadamnoen Straße (Phang Fa Brücke). Auch gab es wiederholt Anschläge mit Granaten auf Regierungs- und Militärgebäude.
Das zentral gelegene Einkaufsviertel Ratchaprasong ist weiterhin von Demonstranten besetzt. Durch die Blockade einer Straßenkreuzung ist der Zugang zu den anliegenden Einkaufszentren und Hotels stark beeinträchtigt. Diese Besetzung wurde auf Teile der Sukhumvit Straße ausgeweitet. Mit einer Räumung dieses Ortes aber auch anderer von Demonstranten besetzter Plätze und Straßen durch Polizeikräfte ist zu rechnen.
Es wird dringend von Aufenthalten in den von den Demonstrationen betroffenen Stadtteilen abgeraten, betont das Wiener Außenministerium. Weiterhin müsse mit einer erheblichen Beeinträchtigung des Straßenverkehrs und des öffentlichen Verkehrs in einigen Teilen der Stadt gerechnet werden.
Verhandlungen abgelehnt
Nach den blutigen Zusammenstößen haben die Oppositionsführer Verhandlungen mit der Regierung abgelehnt. "Die Rothemden werden niemals mit Mördern verhandeln", sagte einer der Führer der Protestbewegung, Jatuporn Prompan, auf einer Kundgebung. "Es ist unsere Pflicht, die Toten zu ehren, indem wir diesem Land die Demokratie bringen."
Die Oppositionsbewegung lehnt die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva mit der Begründung ab, diese sei ohne das Mandat einer Wahl an die Macht bekommen. Die seit einem Monat in Bangkok versammelten Rothemden - mehrheitlich Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra - verlangen die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Die in der Symbolfarbe Rot gekleideten Demonstranten gehören vor allem der armen Landbevölkerung an, während die Regierung ihren Rückhalt in den städtischen Eliten hat.
(apa/red)
