Flaggen in Kirgistan auf halbmast: Nach blutigem Aufstand Staatstrauer ausgerufen
- Übergangsregierung: Entschädigung für Opfer
- Zahlreiche Menschen bei Unruhen umgekommen
Nach dem blutigen Volksaufstand in Kirgistan hat die von der Opposition eingesetzte Übergangsregierung Staatstrauer ausgerufen. Die Flaggen auf halbmast wehen, bei Trauerfeiern soll der Opfer gedacht werden, erklärte die designierte Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, laut Interfax. Zugleich kündigte sie Entschädigungen für die Familien der Opfer an.
Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Volksaufstand gegen die autoritäre Regierung von Präsident Bakijew 75 Menschen ums Leben, mehr als 1.000 wurden verletzt. Die Sicherheitslage ist weiterhin angespannt. Plünderer zogen durch die Hauptstadt Bischkek. Wie Interfax berichtete, waren Schüsse zu hören. Zuvor hatte die Übergangsregierung die Sicherheitskräfte angewiesen, notfalls auch mit Waffengewalt gegen Plünderer vorzugehen.
Die neue Führung in Bischkek sicherte die Einhaltung aller internationalen Verträge zu. Dazu gehört die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Manas durch die USA. Von dort aus versorgen die US-Streitkräfte ihre Truppen in Afghanistan. Russland hat die Übergangsregierung bereits anerkannt und ihr Unterstützung in Aussicht gestellt. Ministerpräsident Putin telefonierte mit Otunbajewa, die ihm versicherte, die völlige Kontrolle über das Land auszuüben.
Gespräche mit Bakijew abgelehnt
Die kirgisische Übergangsregierung hat Gespräche mit dem gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew abgelehnt. "Es sind keine Verhandlungen vorgesehen", sagte Otunbajewa. "Was braucht es noch für seinen Rücktritt, nachdem mehr als tausend Menschen" im Zuge des Umsturzes verletzt wurden, fragte sie. Zuvor hatte Bakijew in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP gesagt, er sei zu Verhandlungen mit seinen Gegnern bereit, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Einen Rücktritt lehnte er ab.
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(apa/red)

