Wird in Wien bald auf türkisch unterrichtet?
Häupl kann sich türkische Schulen vorstellen
- Sprachkenntnisse Voraussetzung für Deutschlernen
- Bereits 6.000 Kinder muttersprachlich unterrichtet

·Mehr als 500.000 Muslime in Österreich
Zahl basiert auf der Volkszählung von 2001
·Deutschstunde im
zarten Kindesalter?
Spindelegger fordert
Vorschulenunterricht
Für Bürgermeister Häupl sind türkische Schulen in Wien denkbar. Das hat er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Botschafter Kadri Ecvet Tezcan betont. Wichtiger sei jedoch der muttersprachliche Unterricht für junge Türken im Regelschulwesen, so Häupl. Diesen gibt es bereits: Rund 6.000 Schüler werden derzeit neben dem "normalen" Schulalltag in türkischer Sprache unterrichtet.
Botschafter Tezcan verwies auf Expertenmeinungen, wonach man die Muttersprache beherrschen müsse, um eine fremde Sprache - also etwa Deutsch - zu lernen. Letzteres sei wiederum Voraussetzung für eine funktionierende Integration, versicherte er. Laut Häupl besuchen rund 40 Prozent der knapp 16.000 türkischstämmigen Kinder in Wien muttersprachliche Kurse, die neben dem regulären Lehrplan angeboten werden.
Der Einrichtung eigener türkischer Schulen ist der Bürgermeister nicht abgeneigt: "Das halte ich für möglich." Dies könne in Analogie etwa zum Lycee Francais, der Vienna International School oder zur Komenski-Schule, in der unter anderem in Tschechisch oder es Slowakisch gelehrt wird, geschehen. Derartige Schulformen könnten aber nur ein zusätzliches Angebot sein.
15.900 Kinder in Wiener Pflichtschulen
Die Wiener FPÖ bezeichnete Häupl als "Wegbereiter der türkischen Unterwanderung". Die Wiener ÖVP-Integrationssprecherin Sirvan Ekici meinte, Häupls Aufruf zum Sprachenlernen komme 15 Jahre zu spät.
Insgesamt besuchen rund 15.900 türkischstämmige Kinder Wiener Pflichtschulen. An Volksschulen stellen sie 13,7 Prozent aller Schüler dieser Schulart, an den Hauptschulen 17,8 Prozent und an den Polytechnischen Schulen 17,2 Prozent.
(apa/red)
