Mittwoch, 31. März 2010

In bester Gesellschaft

  • Lisa Ulrich-Gödel über gute Seiten hohler Idole
  • Wäre Handfestes zu tun, hätte Hilton keine Chance

Klar, dass hohle Idole wie Paris Hilton vornehmlich in grauen Großstädten zu Ruhm und Reichtum kommen. Wo der adoleszente Nachwuchs mangels Alternativen zur Vergnügungssucht herangezogen wird. Wäre da Handfestes zu tun wie Kühe zu melken, Brot zu backen oder die Geburt eines Lämmchens zu bestaunen – nie und nimmer hätten Hilton, Bambi und ihre Trash-Schwestern die Chance, unseren Sprösslingen Flausen von Berühmtheit bar jeglicher Leistung in den Kopf zu setzen. Oder doch?

Zur Hochblüte der Paris-Hilton-Mania – ihr Spruch „That’s hot“ wurde gerade markenrechtlich geschützt – wurde ich am einzigartigen Bergbauernhof lieber Freunde eines Besseren belehrt. Aus eigener Kraft schufen die beiden ein Urlauberparadies, wo Xavier Naidoo gern vorbeischaut, weil das Brot aus dem eigenen Ofen kommt und das Gemüse aus dem eigenen Garten. – Die Kinder der beiden sind mit vollem Eifer dabei.

Trotzdem: Von einem Jahr aufs andere hatte die süße kleine Tochter F. beschlossen, die Stiefelchen zum Kühemelken müssen rosa sein, entzückte die Gäste mit Hilton-Imitationen und wollte nur noch eines werden: „Berühmt!“ Trendforscher Reiter meint zum „Cash mit Trash“-Trend, er symbolisiere eine „Demokratisierung der Aufstiegschancen: Jeder kann es schaffen!“ Liebe F., das gilt auch für eine Zukunft als Astronautin, Chemikerin oder ... Bergbäuerin!

31.3.2010 14:01