Mörtel outet sich als FPÖ-Groupie:
Ob das seine Kunden gut finden?
- Pohl-Position von Walter Pohl zur Wiener Wahl
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Schlaglicht auf die Wahlfeier der Wiener Freiheitlichen: Inmitten des Gegröls biergeschwängerter Fans schunkelt Baumeister Richard Lugner mit und intoniert seinen Mausi- Katzi-Bambi-Song auf der Bühne. So, als hätte er eine Chance auf den Job als Wohnbaustadtrat unter der Unmöglichkeitskoalition Rot-Blau, verschwitzt er sich als Promo-Kasperl für eine Partei, die manche seiner Kaufhausklientel nicht unbedingt heiß lieben. Denn abgesehen von der serbischen Disco-Jugend haben in den Multikultibezirken rund um Lugners City die Menschen mit Migrationshintergrund mehrheitlich SPÖ gewählt.
Auch die haben TV-Geräte in der Wohnung stehen, auf denen sie den Lieben Augustin der Volksverblödung wohl wiedererkannt haben. Nicht als schrulligen Vielweiberer, als König der Schenkelklopfer, sondern als spätvirilen Groupie einer Partei, die Wien am liebsten in eine deutscharische Sin City verwandeln würde. Damit hat Lugner eine kaufmännische Todsünde begangen: Er hat sich selbst vom Podest des All-Austrian- Kasperls, der mit allen kann, in den Hades der FP-Politwelt begeben.
