Läster-(Ch)Eck: Wenn's brenzlig wird sind wir auf einmal sex-süchtig, oder was?!
- Ganz schön billige Ausrede für alle Serien-Betrüger
- Jesse James & Co.: Was ist nur mit den Kerlen los?
Also ich hab die Schnauze voll von Kerlen á la Tiger (Schniedel-)Woods und Jesse James. Die haben wunderbare, schöne, intelligente und erfolgreiche Frauen an ihrer Seite, Kinder zu Hause und trotzdem - verzeihen Sie mir den Ausdruck - huren sie in der Weltgeschichte rum?! Und das beste daran: Sobald der Skandal im ganzen Ausmaß auffliegt, verkrümeln sie sich in irgendeine Promi-Klinik und erklären sich zum Sex-Süchtigen oder wollen ihre "persönlichen Probleme" wieder in Ordnung bringen. Ist das nicht ein bisschen zu einfach, Burschen?
Gelegenheit macht bekanntlich Diebe, und die wenigsten Männer sind - soweit ich das von meiner bescheidenen Frauenwarte mitbekommen habe - Kostverächter. Als Promi schmeißen sich einem nun mal die halbnackten Ladys um den Hals, solange man nicht gerade aussieht wie Frankensteins Monster. Aber was zur Hölle will ein Jesse James von einer (wenn's wenigstens nur eine gewesen wäre) tätowierten Stripperin, wenn seine Ehefrau Sandra Bullock heißt? Wo bleiben denn da Stil und guter Geschmack? Noch dazu - und das ist ja fast noch schlimmer - hat er sie auf äußerst brutale Weise von ihrem Oscar-Hoch heruntergeholt. Das sollte die Zeit ihres Lebens sein, und er hat sie kaputt gemacht.
Klar kommen solche Kerle international ins Kreuzfeuer der Kritik. Die mag mitunter ein wenig an die Hexenverbrennungen erinnern, aber sehr viel besser haben sie es sich ja auch nicht verdient. Vor allem nicht, wenn sie sich dann in die nächstbeste Promi-Klinik verdrücken, wo sie in Luxuszimmern mit allem Drum und Dran darüber sinnieren, wie sie sich von ihrer plötzlich aufgetauchten Sex-Sucht heilen können.
Ist das wirklich die neue Art, zu seinen Seitensprüngen zu "stehen": "Ich kann ja nichts dafür, ich bin ja sex-süchtig?" Damit macht man(n) es sich dann doch ein bisschen leicht, oder? "Hups, da lag plötzlich eine nackte Frau in meinem Bett - was sollte ich den machen?!" Sich gar nicht erst ausziehen und weggehen, verdammt! Nach Hause gehen zur schönen, intelligenten und erfolgreichen Ehefrau und dafür dankbar sein, wie gut man es hat. Die springt ja schließlich auch nicht mit jedem X-beliebigen ins Bett - obwohl es einer Sandra Bullock da sicher nicht an Angeboten mangeln wird.
(Agnes Sagmeister)

