Freitag, 2. April 2010

Alfred Ötsch muss vor Gericht: Siemens-
Vergangenheit holt den Ex-AUA-Boss ein

  • Verwicklung in Finanzierung der Betriebsratsgruppe?
  • Ötsch: "Werde Richter von Unschuld überzeugen"

In der Affäre um Geldzuwendungen an die Siemens-Betriebsräteorganisation AUB wird in Deutschland Anklage gegen Alfred Ötsch erhoben. Der Ex-AUA-Chef, der bis Mai 2006 bei Siemens arbeitete, soll Zahlungen im Gesamtwert von 21 Mio. Euro an die unternehmensfreundliche Gewerkschaftsorganisation genehmigt haben.

Ötsch, der die Vorwürfe zurückweist, im "WirtschaftsBlatt": "Es ist ein laufendes Verfahren, daher werde ich auf die Vorwürfe im Einzelnen nicht eingehen. Aber ich bin unschuldig. Leider ist es mir nicht gelungen, den Staatsanwalt von meiner Unschuld zu überzeugen. Nun werde ich eben den Richter davon überzeugen."

In der 195 Seiten starken Anklageschrift werde Ötsch vorgeworfen, das von Siemens-Bereichsleiter Johannes Feldmayer eingeführte System der verdeckten Finanzierung der unternehmensfreundlichen Gewerkschaftsorganisation AUB wissentlich übernommen und weitergeführt zu haben. Zwischen Jänner 2001 und November 2006 seien vom inzwischen (nicht rechtskräftig) verurteilten AUB-Chef Wilhelm Schelsky insgesamt 44 Rechnungen über einen Gesamtbetrag von 30,3 Mio. Euro gestellt worden, bei denen es keine Gegenleistungen gegeben habe. Feldmayer wurde bereits (rechtskräftig) der Veruntreuung und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer zusätzlichen Geldstrafe verurteilt.

Ötsch war Nachfolger von Feldmayer als Bereichsvorstand Automation and Drives in der Siemens AG. Er soll wie sein Vorgänger die fingierten Rechnungen unterschriftlich zur Zahlung freigegeben haben, wobei er über die Hintergründe der Zahlungen vollständig informiert gewesen sein soll, heißt es dem Zeitungsbericht zufolge in der Anklageschrift. Ötsch soll Zahlungen im Gesamtwert von 21 Mio. Euro genehmigt haben. Diesen Sachverhalt werte die Staatsanwaltschaft als Untreue besonderen Ausmaßes, so das "WirtschaftsBlatt". Da Siemens dadurch unrichtige Steuererklärungen abgegeben habe, werde der Ex-AUA-Chef zudem wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung angeklagt.
(apa/red)

2.4.2010 11:35
kirkfrank1, 03. 04. '10 16:34
Alfred Ötsch
Nach seinem nicht gerade glorreichen Wirken bei der AUA und dem jetzt aufkochenden Schmiergeldskandal bei Siemens frage ich mich schon, ob bei der AUA alles während der "ÄRA Ötsch" rechtens gelaufen ist. Nur so ein Gedanke !!
Vasant, 02. 04. '10 11:34
Der Ötsch und die Lufthansa;)
War ja auch ne interessante story. Hat er vielleicht auch
die AUA so "aufbereitet", dass man diese nur mehr mit
einem "Geschenk" der Steuerzahler verschenken konnte?

Die Lufthansa wollte ihn ja schon zu AUA Zeiten abwerben
und somit würde es einen Sinn ergeben, wenn er die AUA
eben für diese dann perfekt und billig auf dem Tablett
aufbereitet hätte.

Ich versteh sowieso nicht, wie Menschen Unternehmen
in den Boden wirtschaften und dann diese in der nächsten
Firma wieder eine wichtige Position erhalten? Wie kann
das rein logisch passieren? Ich würd auch keinen Spieler
zum Chef der Casinos Austria machen, wenn der nicht
mit Geld umgehen kann!

Siemens zerstört, AUA zerstört und was kommt als
nächstes?
smonti, 02. 04. '10 12:25
Re: Der Ötsch und die Lufthansa;)
Tja,da hatt er wohl starke Befürworter in der ÖVP gehabt
Es ist ja keine Kunst einen Betrieb wie die AUA in den Grund und Boden zu wirtschaften,wenn man von Molterer und Konsorten geschützt worden ist.
Auch jene gehören vor dem Kadi gezerrt!!!!!