Montag, 29. März 2010

Englands Fußballfans sollen es richten: Bei
Pleite-Clubs setzt Regierung auf Anhänger

  • Fans wird der Kauf maroder Lieblingsclubs erleichtert
  • Brown ist auf Kollisionskurs mit der Premier League

Fans als Aktionäre? Was bei einzelnen Fußballvereinen bereits Realität ist, soll in der finanziell angeschlagenen englischen Premier League zum Serienmodell werden. Geht es nach einer Gesetzesvorlage der Labour-Partei werden überschuldete Vereine künftig nicht kurzerhand an ausländische Investoren verhökert werden können - sondern zunächst den Fans zum Kauf angeboten werden.

Geht es nach dem Willen der regierenden Labour-Partei, könnten Verkäufe von Premier League-Vereinen an Milliardäre wie Malcolm Glazer (Manchester United) oder Scheich Sulaiman Al Fahim (Manchester City) bald der Vergangenheit angehören. Eine von der Regierung angepeilte umfassende Reform des britischen Fußballs soll Fans überschuldeter Vereine, die zum Verkauf stehen, künftig die Erwerbung bis zu 25 Prozent der Anteile ermöglichen - noch bevor Investoren an Bord gehen können.

Wie "Guardian" berichtet, soll mit dieser Regelung die lokale Verankerung von Fußballvereinen ausgebaut werden und der Einfluss der Fans in die Geschäftsführung der Clubs gestärkt werden.

Mit diesen Plänen ist Labour-Premierminister Gordon Brown allerdings auf Kollisionskurs mit der Premier League, die in den letzten Jahren die Idee des freien, ungeregelten Marktes im Fußball verfolgte. Anlass für die Initiative der Labour Partei ist laut "Guardian" der finanzielle Kollaps des Vereins Portsmouth, sowie die Übernahmen von Manchester United und Liverpool, die von ihren neuen Eigentümern mit Schulden in Milliardenhöhre belastet wurden.
(mei)

29.3.2010 14:07