Bundesliga-Rechte gehen wieder an Sky:
Der ORF bleibt als Free-TV-Partner erhalten
- Einigung auf eine dreijährige Zusammenarbeit erzielt
- BL-Vereine erhalten in dieser Zeit 51 Millionen Euro
Plus: Wann, wo, welches Spiel läuft - das ist der Deal

Die Fußball-Bundesliga wird auch ab der Saison 2010/11 für drei Jahre von ORF und dem Bezahlsender Sky ins Bild gerückt. Servus TV, der Sender von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, und die Schweizer Rechteagentur Kentaro hatten das Nachsehen. Der neue Deal bringt den heimischen Fußballfans wieder 36 Partien im Free-TV und spült pro Saison rund 17 Millionen Euro in die Kassen der Vereine, die mit Ausnahme des Mateschitz-Clubs Red Bull Salzburg einstimmig für diese Lösung votierten.
Erst nach sieben Stunden stieg am Donnerstag im Wiener Hotel Marriot weißer Rauch auf: Um 21.00 Uhr endete die außerordentliche Hauptversammlung, in der die Clubs über den zuvor in der Präsidentenkonferenz erzielten Konsens abstimmten. Ursprünglich hätte über den neuen Fernsehvertrag ja schon Mitte Jänner entschieden werden sollen, Rapid hatte damals aber erfolgreich Veto gegen das bereits auf dem Tisch gelegene Angebot von Sky (kolportierte 8,5 Mio. Euro pro Saison) eingelegt.
Dementsprechend zufrieden zeigte sich Rapid-Präsident Rudolf Edlinger nach der Sitzung. "Das ist eine gute Lösung. Ich bin eigentlich froh, dass ich das damals aufgehalten habe", sagte Edlinger. Auch Bundesliga-Präsident Hans Rinner sprach von einem "Meilenstein im Sinne des österreichischen Profi-Fußballs". Über die genaue Aufteilung der Kosten zwischen Sky und ORF hielt aber auch er Stillschweigen. Die Steigerung ist freilich auch Servus TV zu verdanken, dessen Eintritt ins Bieterverfahren erst monetäre Bewegung in die Sache brachte.
Vier Spiele am Samstag
Konkret wird es auf Sky am Freitag kein Bundesliga-Spiel mehr, am Samstag dafür vier - Beginnzeit ist jeweils 18.00 Uhr - geben. Alle Spiele sind, auch das ist neu, in voller Länge zu sehen. Am Sonntag um 16.00 Uhr kommt dann jeweils der ORF gemeinsam mit Sky zum Zug. Auch bei englischen Runden während der Woche wird diese Aufteilung beibehalten. Die Erste Liga wird wieder im Free-TV zu sehen sein, ORF Sport Plus überträgt ein Spiel pro Runde. "Es wird ein zweites Live-Spiel geben, oder die Konferenz wird weitergeführt. Das ist noch offen", sagte Karlheinz Kopf, Aufsichtsratsvorsitzender von Erstligist Altach.
Rinner musste freilich die Erstligisten auch von der ORF-Lösung überzeugen. Servus-TV lockte die "zweite Garde" schließlich mit dem Bewerbssponsoring als ADEG-Nachfolger, der Vertrag läuft mit dieser Saison aus. "Es gab große Sympathie für Servus TV, aber es hätte keine Zweidrittelmehrheit gegeben", sagte Kopf. Dieses Quorum (Bundesliga-Clubs haben jeweils fünf, die Erste-Liga-Clubs je drei Stimmen) war Bedingung für das Zustandekommen des neuen Vertrags.
Rinner zeigte zwar Verständnis angesichts der in Aussicht gestellten 700.000 Euro für die Erstligisten, mahnte aber auch zur Einigkeit. "Wir wollen, dass die Liga zusammenwächst. Und es gibt eben große Clubs, die leben von Sponsoren. Da ist es wichtig, Marktpräsenz zu haben. Und bei dem Servus-Angebot wäre da alles rausgeflogen. Die Reichweite vom ORF kannst du gegenüber einem Sponsor nicht so einfach wettmachen."
Gänzlich ist Servus TV, das kolportierte 19 Millionen Euro geboten haben soll, freilich noch nicht aus dem Rennen. Denn die Rechte für eine Fußball-Show wurden am Donnerstag nicht vergeben, liegen weiterhin bei der Bundesliga. Servus TV gilt auch in dieser Beziehung als Ansprechpartner. Jedenfalls kann sich die Liga weiteres Geld erhoffen. "Da kann man bis zu drei Millionen lukrieren", sagte Rinner.
(apa/red)
