Mittwoch, 31. März 2010

Das Motto "Wiedersehen macht Freude":
Rapid gastiert im Cup wieder in Kärnten

  • Cup-Viertelfinale: Wr. Neustadt empfängt den LASK
  • Rieder haben Zweitligist Austria Lustenau zu Gast

Gemäß dem Motto "Wiedersehen macht Freude" will Rapid das zweite Gastspiel bei Austria Kärnten binnen fünf Tagen erneut positiv absolvieren. Im Viertelfinale des ÖFB-Cups (18.15 Uhr/live ORF1) gelten die Grün-Weißen heute nicht nur aufgrund des jüngsten Erfolgs in der Meisterschaft als Favorit. In den übrigen zwei Spielen treffen der SC Wr. Neustadt und der LASK aufeinander, die SV Ried empfängt im Duell zwischen Bundesliga und Erste Liga die Lustenauer Austria.

Vor dem Spiel des Bundesliga-Zweiten gegen den abgeschlagenen Letzten spricht nur wenig für die Klagenfurter, die in elf Begegnungen mit den Wienern bei zehn Niederlagen noch nie als Sieger vom Platz gingen. Jedoch zeigten die so gut wie fix abgestiegenen Kärntner zuletzt aufsteigende Form und boten dem Rekordmeister bei der 2:4-Niederlage am Samstag lange Zeit erfolgreich Paroli.

"Kärnten hat uns sehr gefordert, das war ein Rufzeichen für den Mittwoch", meinte Rapids Trainer Peter Pacult nach dem erst im Finish sichergestellten Pflichtsieg. Auch Kapitän Steffen Hofmann wollte den derzeitigen Dauergegner - am kommenden Samstag ist Kärnten im Wiener Hanappi-Stadion zu Gast - nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Die Kärntner sind klar besser, als sie punktemäßig in der Tabelle dastehen."

Wenn nicht in der Liga, dann im Cup!
Trotz allem Beteuerungen über die Schwere der Aufgabe bleibt am Ende aber die Tatsache, dass die Hütteldorfer auf dem Weg zum ersten Cup-Triumph seit 1995 auf Kurs bleiben wollen. In der Meisterschaft sechs Zähler hinter Spitzenreiter Salzburg liegend, ergibt sich im Cup die wohl einzige Chance auf einen Titel in diesem Jahr. "Ziel ist es, Salzburg in der Meisterschaft so lange wie möglich zu fordern. Aber natürlich wollen wir den Cup holen", meinte Hofmann, der neben Torhüter Payer auch auf seine Mitspieler Katzer (Zerrung) und Boskovic (Probleme im Leistenbereich) verzichten muss.

Für die Kärntner steht neben Cup-Ehren auch ein finanzielles Zuckerbrot auf dem Spiel. Der Einzug in die Runde der besten Vier würde die leere Club-Kassa mit 40.000 Euro füllen. Illusionen gab sich Coach Joze Prelogar aber trotzdem nicht hin. "Um eine Mannschaft wie Rapid zu schlagen, muss man sehr gut spielen. Rapid ist Favorit, aber der Cup ist sehr sehr wichtig", erklärte der Slowene.

Wr. Neustadt empfängt den LASK
Auf einen Experten in den eigenen Reihen darf der LASK vor der Auswärtsreise nach Wr. Neustadt vertrauen. Trainer Helmut Kraft schwang bis Winter das Zepter beim Aufsteiger, der im Herbst zwei klare Heimerfolge (4:1, 4:0) gegen die Linzer feierte. "Mir ist die Mannschaft noch sehr nahe", meinte der Tiroler. "Dadurch haben wir sicher auch den Vorteil, dass ich meine Spiele jetzt genau einstellen kann. Natürlich interessiert einen der Gegner nur zweitrangig, aber ich kann meinen Spielern jetzt schon mehr Infos mitgeben."

Mit dem Derby-Erfolg gegen die Rieder erarbeiteten sich die im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Austria erfolgreichen Athletiker eine laut Kraft "gute Stimmung". "Es wäre schön, wenn wir das mitnehmen können, weil uns der Cup ja doch sehr wichtig ist. Das Ziel ist das Finale. Wenn man über Ziele nicht spricht, kann man sie auch nicht erreichen", meinte der LASK-Coach, der wieder auf Routinier Aufhauser sowie den zuletzt gesperrten Metz zählen kann.

Die Neustädter mussten bei der Austria zuletzt zwar wieder das Gefühl einer Niederlage wegstecken, dürfen sich aber trotzdem gute Chancen ausrechnen, den Halbfinal-Einzug des Vorjahres zu wiederholen. "Beide Teams sind ganz gut in Form und haben im Frühjahr starke Leistungen gezeigt. Der Vorteil ist aber sicher, dass wir ein Heimspiel haben", meinte Trainer Peter Schöttel, der personell aus dem Vollen schöpfen kann. Dass dem Gegenüber seine Mannschaft vertraut ist, wertete Schöttel aber als Pluspunkt für die Linzer. Detail am Rande: Der LASK feierte seinen bis dato einzigen Cup-Sieg 1965 gegen den Wr. Neustädter SC.

Ried gegen Lustenau
Auf den Einzug ins Semifinale hofft auch Zweitligist Austria Lustenau. Die Vorarlberger gastieren bei der im Frühjahr schwächelnden SV Ried. "Ich bin natürlich optimistisch, weil ich eine gute Mannschaft habe, die mit Freude bei der Sache ist und auf einem relativ hohen Niveau spielt", meinte Trainer Edmund Stöhr. "Wir können an jedem Tag jede Mannschaft schlagen. Deshalb bin ich auch überzeugt, dass wir einen Erstligisten schlagen können."

Den Sprung ins Viertelfinale schafften die Vorarlberger durch ein 1:0 gegen Wacker in Innsbruck, den einzigen Erfolg in der Fremde seit Ende Oktober des Vorjahres. Damit sich aus Rieder Sicht dies nicht wiederholt, müssen die "Wikinger" ein anderes Gesicht zeigen als bei der herben Derby-Pleite in Linz. "Wir werden mit Sicherheit anders auftreten", versprach Trainer Paul Gludovatz Besserung. Als Favorit auf den Aufstieg dürfen sich die Innviertler nach nur einem Sieg in den jüngsten elf Liga-Sielen und drei Matches ohne Torerfolg aber keineswegs wähnen.

"In einer Schnittpartie - Lustenau ist auch nicht so gut drauf - ist es eine 50:50-Geschichte", meinte Gludovatz, der sich in den vergangenen Tagen erneut mit dem "Fall Drechsel" beschäftigen musste. Da mit Lexa eine wichtige Stütze gesperrt ist, könnte der zuletzt auf die Bank verbannte Routinier und Publikumsliebling wieder in die Start-Elf rücken. Darauf festlegen wollte sich sein Coach natürlich nicht und meinte nur trocken: "Er wird im Kader sein."

(apa/red)

31.3.2010 13:36