Montag, 29. März 2010

Clevere Strategie bringt Sieg in Australien: Jenson Button ist ein "schlauer Champion"

  • "Hat bewiesen, dass er Hirn hat, und nicht nur Brawn"
  • Kollege Hamilton sauer, WM-Leader Alonso zufrieden

Jenson Button ist vielleicht nicht der schnellste Fahrer der Formel 1, aber sicherlich einer der cleversten. Das hat der amtierende Weltmeister bei seinem Sieg in Australien unter Beweis gestellt. Ohne das Überauto von Brawn, das ihm im Vorjahr den WM-Titel beschert hatte, feierte der 30-jährige Engländer seinen ersten Sieg für McLaren - dabei ist das Team noch längst nicht dort, wo es sein will.

"Wir werden jetzt sicher nicht zu jedem Rennen fahren und alle gewinnen. In der Position sind wir nicht", ist sich Button bewusst. Zu viel fehle noch auf die Spitzenautos von Red Bull und Ferrari. Dennoch liegt Button nur sechs Punkte hinter WM-Leader Fernando Alonso. "Wir haben hier gute Punkte gemacht, obwohl wir nicht die Schnellsten waren", erklärte der Titelverteidiger, der seinen achten GP-Sieg einem genialen Schachzug zu verdanken hatte.

"Der schlaue Champion"
Button war bei auftrocknender Strecke früher als alle anderen Piloten an die Box gekommen, um von Intermediate- auf Trockenreifen zu wechseln, auf eigenen Wunsch - eine weltmeisterliche Idee. "Jenson, der schlaue Champion", lobte die Zeitung "The Sun". "Er hat bewiesen, dass er Hirn hat, und nicht nur Brawn." Für das Weltmeisterteam hatte Button im Vorjahr sechs der ersten sieben Rennen gewonnen, darunter auch Australien.

Der Brite fährt auch als Sieger des Abbruchrennens im Vorjahr nach Malaysia. Dort will Button an den Erfolg anschließen. "Wir sind nicht die Favoriten, aber wir werden der Spitze näher und näher kommen", versprach der Champion - eine Warnung an die Konkurrenz um das zu Saisonstart zu wenig konstante Red-Bull-Team. Auf der Geraden ist McLaren derzeit mit seinem revolutionären Luftschacht-Leitsystem durch das Cockpit ohnehin am schnellsten.

Hamilton stinksauer
Lewis Hamilton, dem viele Experten im McLaren-Stallduell die besseren Karten gegeben hatten, war alles andere als glücklich. Im Finish wäre deutlich mehr drin gewesen als Platz sechs, nachdem ihn Red Bulls Mark Webber in eine Kollision verwickelt hatte. Zuvor hatte er über Boxenfunk sein Team beschimpft - die Strategie war tatsächlich eine fragwürdige. "Es war vielleicht eines der besten Rennen meines Lebens. Ich bin um mein Leben gefahren", erklärte Hamilton. "Aber gebracht hat es nichts."

Alonso zufrieden
Alonso dagegen war mit Rang vier zufrieden, nachdem ihn Button am Start in einen Dreher gezwungen hatte. In der WM hat der spanische Ferrari-Star damit weitere zwölf Punkte auf Red-Bull-Pechvogel Sebastian Vettel gewonnen - seinen vermutlichen Hauptkonkurrenten. "Vor dem Rennen hätte ich das Ergebnis sofort unterschrieben", versicherte Alonso nach der Aufholjagd. "Und das Auto hat sich sehr, sehr gut angefühlt - einfach großartig."

Kommenden Sonntag in Malaysia dürfte sich das Kräfteverhältnis also kaum ändern, Ferrari wird erneut zu beachten sein. Das österreichisch-englische Red-Bull-Team muss seine Überlegenheit endlich auch in Ergebnisse ummünzen, sonst scheinen die Felle in der WM frühzeitig davonzuschwimmen. Die Fahrer waren zum Großteil bereits am Montag nach Kuala Lumpur gereist, um sich schrittweise an die tropischen Bedingungen zu gewöhnen.

(apa/red)

29.3.2010 11:54
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