Montag, 5. April 2010

Sinnbildlicher Anblick in Rom: Der Papst
steht beim Ostersegen im strömenden Regen

  • Benedikt XVI. ging auf Missbrauchsskandal nicht ein
  • Prediger entschuldigt sich für Antisemitismusvergleich

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Osterbotschaft in Rom zu Frieden und Eintracht in einer von Gewalt, Diskriminierung und Terror geprägten Welt aufgerufen. Die ganze Menschheit müsse die sich ausbreitende "Kultur des Todes" überwinden, um eine Zukunft der Liebe und Wahrheit aufzubauen, in der jedes menschliche Leben geachtet und aufgenommen werde, verlangte Benedikt. Auf dem festlich geschmückten Petersplatz forderte er vor Zehntausenden von Gläubigen die Menschen so zu einer geistigen und moralischen Umkehr auf. Auf den Skandal um sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen mehrerer Länder ging Benedikt dabei nicht ein.

Zu der traditionellen Ansprache und dem anschließenden Segen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) waren trotz des strömenden Regens mehrere zehntausend Menschen auf den Petersplatz gekommen. Vor dem Segen formulierte Benedikt XVI. Ostergrüße in 65 Sprachen. Auf Deutsch sagte der Papst: "Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit Euch."

Fest unter keinem guten Stern
Das Osterfest steht für die katholische Kirche in diesem Jahr wegen des Missbrauchskandals unter keinem guten Stern. In einem vom Kirchenprotokoll abweichenden Schritt stellte sich der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, ausdrücklich hinter den Papst, der wegen des Skandals mehrfach persönlich angegriffen worden ist. Das Volk Gottes werde auf Geplapper nicht hören, bekräftigte Sodano. "Die ganze Kirche ist mit Ihnen", sagte der Kardinal dem knapp 83-jährige Kirchenoberhaupt. Sodano wünschte dem müde wirkenden Benedikt fröhliche Ostern. Niemals zuvor war eine Ostermesse auf dem Petersplatz mit einer solchen Botschaft an den Papst eröffnet worden.

Die Menschheit brauche das Heil des Evangeliums, "um aus einer Krise herauszukommen, die tief ist und als solche tiefe Veränderungen verlangt", sagte Benedikt in seiner Osterbotschaft nach der Messe. Er beklagte nachdrücklich die Gewalt und die Spannungen im Heiligen Land und in mehreren afrikanischen Ländern, die weiter zerstört würden und leiden müssten. Den von Terrorismus und sozialen oder religiösen Diskriminierungen betroffenen Ländern wünschte der Papst die Kraft, "Wege des Dialogs und des friedvollen Zusammenlebens einzuschlagen."

Aufruf zu Frieden
Mit Blick auf den lateinamerikanischen Kontinent beklagte Benedikt XVI. ein Erstarken der Kriminalität in Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Ostern solle dort zu einem "Sieg des friedlichen Zusammenlebens und der Achtung des Gemeinwohls" beitragen. Weiters rief Benedikt XVI. zu einem Ende der Konflikte in Afrika auf, vor allem im Kongo, in Guinea und Nigeria. Nur Frieden und Versöhnung böten eine Gewähr für die Entwicklung des Kontinents. Besonders erinnerte der Papst auch an die verfolgten Christen in Pakistan und bat für Länder, die vom Terrorismus und von sozialen oder religiösen Diskriminierungen betroffen sind, um Kraft zu einem neuen Dialog.

Im Wirtschaftsleben und bei Finanzaktionen müssten endlich die Kriterien der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der brüderlichen Hilfe gelten, appellierte Benedikt XVI. an die Regierenden der Weltgemeinschaft. Die "rettende Kraft der Auferstehung Christi" solle der Menschheit helfen, die "vielfachen und tragischen Äußerungen einer sich ausbreitenden Kultur des Todes zu überwinden", so der Papst.

Der persönliche Prediger von Benedikt XVI. hat sich unterdessen für seinen Vergleich der Anschuldigungen gegen den Papst im Missbrauchsskandal mit dem Antisemitismus entschuldigt. "Wenn ich gegen meinen Willen das Zartgefühl der Juden und der Opfer von Pädophilie verletzt habe, bedauere ich das aufrichtig, und ich entschuldige mich und bekräftige meine Solidarität sowohl mit den einen wie auch mit den anderen", zitierte die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am Ostersonntag Pater Raniero Cantalamessa.

(apa/red)

5.4.2010 08:27
Woppo, 04. 04. '10 21:56
Die Kirche kann nur glaubwürdig werden ,wen die Missbrauchs
fälle bei einem ordentliches ziviles Gericht geklärt werden ! Die Kirchenoberen predigen immer von der heiligen Familie,nebenbei haben heutzutage viele Pfarrer eine Geliebte und ledige Kinder ! (z.b: heute in der Krone ein Pfarrer ,mit 3 Frauen 5 ledige Kinder),wen sich ein Pfarrer zur Frau bekennt,ist er seinen Job los,wenn er ein Kind vergewaltigt,wird er nur versetzt ! Diese Lügen nimmt ihnen keiner mehr ab ,darum verlieren viele Leute den Glauben ,weil diese Falschheiten in der heutigen Zeit nicht mehr vertuscht werden können ! Darum geht auch heute keiner mehr beichten !
SeriousPhil, 04. 04. '10 11:26
Re.
Außerdem finde ich es abscheulich mit welchem Niveau hier kommentiert wird.

Dabei wollen die Kirchengegner immer vorbildlich tolerant sein, aber selber wollen sie die Kirche auslöschen.

Aber wie man immer sagt, wer im Glasshaus sitzt der solle nicht mit Steinen werfen.

Egal welcher Artikel betreffend der Kirche, nur Hass ist rauszulesen. Ich bin wirklich entäuscht, dass heutzutage noch so etwas existiert.

Ich will hier niemanden in Schutz nehmen, auch ich bin der Meinung, dass Geistliche bei Amtsmissbrauch zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Es darf nicht noch einmal die Schattenseite der Kirche aus dem Mittelalter entstehen!

Damit gesagt, die Kirche hat eine dunkle Vergangenheit, aber deswegen der Hass? Oder sind alle Österreich auch für immer Nationalsozialisten?
Akitakennel, 04. 04. '10 16:57
Re: Re.
Von einem Klaps auf den Po oder Rücken wird hier schon lang nicht mehr geredet. Wenn man das tatsächlich eine Kirchenhetze nennen kann, dann hat die Kirche es selbst mit ihrer Vertuscherei zu verantworten. Aber mir fällt auf, dass kritische Worte gegen die Kirche bei mangelnden Gegenargumenten schnell mal als Kirchenhetze abhandelt werden. IUnd es sind natürlich Atheisten. Dass selbst gläubige Christen mit der Institution Kirche schon lange nichts zu tun haben wollen, ist natürlich unmöglich. Ein Papst der Frieden predigt, während sein Bodenpersonal Waffen segnet, eine Institution die in den letzten Jahrhunderten mit Kreuzzügen und Hexenverfolgungen zigtausende Menschen getötet hat, ist frei von Sünde. Säubert doch mal euren Fischereiverband und die sogenannte Hetze ist vorbei.
SeriousPhil, 04. 04. '10 18:41
Re: Re.
@Akitakennel

Was soll man denn als Gegenargumente bringen wenn man einen Glauben schützt? Jeder tut dies von sich aus.

Wer gäubig ist und aber mit der Kirche nichts zu tun haben will, der hat seinem ein bisschen falsch verstanden. Man kann nicht von heute auf morgen sagen "Ich gehe nicht in mehr in die Kirche" oder "Ich bin kein Christ mehr". Ist dies doch der Fall dann haben sich diejenigen mit ihrem Glauben nie ernsthaft beschäftigt.

Und bzgl Kreuzzüge, hat nur die Kirche eine dunkle Vergangenheit? Sind alle Österreich Nazis oder alle Russen Kommunisten? Lasst die Vergangenheit doch endlich liegen und schaut vorwärts.
SeriousPhil, 04. 04. '10 11:23
An News und die Kirchenhasser hier
Mit großem Interesse lese ich hier regelmäßig die Neuigkeiten bezüglich der Kirchenskandale, welche leider schon zu einer Art Kirchenhetze geworden sind.

Das gleicht hier schon richtig einer Art "Anti Kirchenpropaganda", wie zu Zeiten des Kommunismus!

Liebe News Redaktion, glauben Sie wirklich alles ist wahr was gegen die Kirchen gesagt wird? Dass jetzt überraschenderweiße plötzlich so viele Leute meinen gegen die Kirche wettern zu müssen, einfach systematisch von Atheisten runtergemacht werden zu müssen.

Die Frage ist natürlich auch, was die Betroffenen unter Missbrauch verstehen. In manchen Ordenskreisen ist Beispielsweise ein Klapps auf den Rücken oder Hintern ein Zeichen des Lobs oder aber auch der Mahnung. Bestimmt haben einige das damals missverstanden.
Sensor, 04. 04. '10 21:58
Re: An News und die Kirchenhasser hier
SeriousPhil,
es geht nicht um Klapps auf den Hintern, sondern vorwiegend um sexuellen Missbrauch und um die Vertuschung durch Verantwortungsträger! Auch der jetzige Papst ist meiner Meinung nach seinen Aufsichtspflichten als früherer Kardinal und Leiter der Glaubenskongregation nur unzulänglich nachgekommen. Die Kirche hat einen hohen moralischen Anspruch, dem sie leider in vielen Fällen nicht gerecht geworden ist. Atheisten freuen sich vielleicht über das Versagen vieler Priester, doch viele, viele Katholiken sind verärgert und zornig. Pfarrer Schermann, ein treuer Diener der Kirche, hat in einer FS-Sendung den jetzigen Papst als Zerstörer der Kirche bezeichnet, das muss doch zu denken geben.
different-view, 04. 04. '10 09:43
so viele dumme Menschen
noch mehr Übel wird mir bei den vielen dummen Menschen, die immer noch dem Papst zuhören mit seiner Scheisse, die er quasselt ! Der gehört eigentlich hinter Gitter ! Wieso darf der noch eine Messe halten? zum Glück ist er schon so alt,...
Maika, 04. 04. '10 13:47
Re: so viele dumme Menschen
@differen -view
Ihre Ausdrucksweise ist unter jeder Kritik und zeugt
von richtiger Dummheit und Niveaulosigkeit!
Sensor, 04. 04. '10 21:47
Re: so viele dumme Menschen
Die Worte von different-view sind inakzeptabel. Auch von einem Kritiker, und zur Kritik gibt es leider derzeit viele Gründe, darf man ein zivilisiertes Argumentieren verlangen. Wir befinden uns hier nicht in einem Forum für
Dummköpfe!
wong, 05. 04. '10 11:06
Re: so viele dumme Menschen
ich kann mich maika und sensor nur anschliessen...!
bachter, 04. 04. '10 09:24
"Urbi et Orbi"
Bei diesen Heuchlern und Lügnern wird mir nur noch speiübel.
Leute die solche Verbrechen vertuschen, machen sich strafbar und gehören zur Verantwortung gezogen. Dieser alte Mann ist, so glaube ich, einfach schon entrückt und geistig auf dem Weg nach "oben".