Eisernes Schweigen von Papst Benedikt:
Kein Wort zur Krise bei Osterfeiern in Rom
- Missbrauchsskandal bleibt in Papst-Predigt unerwähnt
- Tausende Pilger für Karfreitags-Kreuzweg erwartet

·Missbrauch: Klasnic jetzt Opferbeauftragte
Austrittswelle bei den heimischen Diözesen
·Hunderte Berichte zu
kirchlicher Nötigung
Jede vierte Beschwerde
wegen sexuellem Kontakt
·Wird sich die Kirche noch einmal erholen?
P. Pelinka über Skandal mit Folgen. Ihre Meinung?
·Schönborn: Schuld-
Bekenntnis für Kirche
Bußgottesdienst in Wien zu Missbrauchsskandal
·Missbrauchsfälle: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Papst-Sprecher sieht Kirche auf richtigem Weg
·Neuer Skandal in katholischer Kirche
Der Papst wusste von Missbrauch - und schwieg
Bei angenehm warmem Frühlingswetter haben am Gründonnerstag die Osterfeierlichkeiten im Rom begonnen. Zum Auftakt zelebrierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom eine Messe, bei der traditionell die heiligen Öle für Taufe und Firmung geweiht werden.
In seiner Predigt vor zahlreichen Kardinälen, Bischöfen und Priestern ging Benedikt XVI. nicht auf den Missbrauchsskandal ein, der u.a. in Irland, Deutschland und Österreich die katholische Kirche in eine tiefe Krise gestürzt hat. Priester seien berufen, "in der Gemeinschaft mit Jesus Christus Menschen des Friedens zu sein, der Gewalt entgegenzustehen und der größeren Macht der Liebe zu vertrauen", führte der Papst aus.
Kritik an Abtreibung
"Auch heute ist es für Christen wichtig, dem Recht zu folgen, das die Grundlage des Friedens ist", forderte Benedikt dazu auf, sich als gute Staatsbürger zu verhalten. Weiterhin sei es für die Christen allerdings auch wichtig, "Unrecht, das zu Recht erhoben wird, nicht anzunehmen - etwa wenn es um die Tötung unschuldiger ungeborener Kinder geht." Gerade so dienten Christen dem Frieden, erläuterte das Kirchenoberhaupt seine erneute Kritik an Gesetzen zur Abtreibung.
Als erster festlicher Höhepunkt stand am Abend des Gründonnerstag die traditionelle Fußwaschung in Roms Lateran-Basilika auf dem päpstlichen Programm. Dabei wäscht der Papst zwölf Priestern die Füße, in Erinnerung an die Geste der Demut und Barmherzigkeit Jesu Christi gegenüber seinen zwölf Aposteln. Die Kollekte dieser Messe fließt in den Wiederaufbau des vom Erdbeben zerstörten Priesterseminars in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince.
Karfreitag als erster Höhepunkt
Ausdrücklich verband der Papst die Kirchenspaltung mit der Angst Jesu um das Schicksal seiner Mission. "Es hat zur historischen Passion Jesu hinzugehört und bleibt Teil seiner die Geschichte hindurchgehenden Passion, dass er alles, was die Einheit bedroht und zerstört, gesehen hat und sieht", sagte Benedikt XVI. "Wenn wir die Passion des Herrn betrachten, muss es dazugehören, den Schmerz Jesu darüber zu empfinden, dass wir seinem Gebet entgegenstehen."
In Rom erreichen die Kar- und Osterfeierlichkeiten am heutigen Karfreitag einen ersten Höhepunkt. In einem von Stille und Ernst geprägten Gottesdienst im Petersdom gedenkt Papst Benedikt XVI. am Nachmittag des Leidens und Sterbens Jesu. Größtes Massenereignis des Tages wird jedoch der traditionelle Kreuzweg beim antiken Kolosseum. Dabei wird der Papst mit Zehntausenden Gläubigen in der römischen Altstadt symbolisch die 14 Stationen Jesu zum Kreuz nachgehen.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Caritas-Konferenz13:25
Eine Milliarde hungertSituation ist wegen Dürre und Nahrungsmangel in Afrika am schlimmmsten
