Nach den Attentaten sitzt der Schock tief:
U-Bahn-Terror in Moskau entsetzt die Welt
- 38 Tote nach doppeltem Selbstmord-Anschlag
- Kreml will Hintermänner "fangen und vernichten"
·Dritter Sprengsatz in
Moskau aufgetaucht
Behörden können Bombe in U-Bahn entschärfen
·Selbstmordanschläge in Moskauer Metro
BILDER: Zahlreiche Tote und dutzende Verletzte
·"Terroristen werden zerstört werden"
U-Bahn-Terror: Putin kündigt Konsequenzen an
·Terroranschläge in
der Moskauer U-Bahn
VIDEO: Zahlreiche Menschen gestorben
·Die folgenschwersten Anschläge in Russland
Nordkaukasus-Konflikt
spielt zentrale Rolle
·U-Bahnen immer wieder ein Terrorziel
Eine Chronologie der schrecklichsten Attentate

Die internationale Gemeinschaft hat den den Doppelanschlag mit mindestens 38 Toten in der Moskauer U-Bahn scharf verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat erklärte in New York, Terrorismus sei "eine der größten Bedrohungen für den internationalen Frieden und die Sicherheit". Der russische Präsident Dmitri Medwedew legte rote Rosen für die Opfer an einem der Tatorte nieder und kündigte eine harte Strafverfolgung an.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte in New York, er verurteile die Anschläge auf das Schärfste. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den blutigsten Anschlag in der russischen Hauptstadt seit sechs Jahren als "abscheulich". Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte in New York, die demokratischen Länder müssten gemeinsam gegen den Terrorismus kämpfen.
Anschlag nahe Geheimdienst-Zentrale
Zwei Selbstmord-Attentäterinnen hatten in der U-Bahn im Moskauer Zentrum mindestens 38 Menschen mit in den Tod gerissen. Weitere 64 Menschen wurden laut Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu verletzt, als die Bomben an den Stationen Park Kultury und Lubjanka detonierten. Über der Station Lubjanka liegt die Zentrale des Geheimdienstes FSB.
Die erste Explosion ereignete sich im Berufsverkehr gegen 07.57 Uhr (Ortszeit, 05.57 Uhr MESZ) in einem U-Bahnzug in der Station Lubjanka. Etwa eine halbe Stunde später detonierte eine zweite Bombe in einem Zug in der Station Park Kultury. Die Polizei riegelte mehrere U-Bahn-Durchgänge ab. Der Verkehr auf den betroffenen Linien wurde zwischenzeitlich eingestellt, am Abend eröffnete die Station Lubjanka wieder. Täglich nutzen rund 8,5 Millionen Menschen die Moskauer U-Bahn.
Frauen als Selbstmord-Attentäter
Ein FSB-Sprecher sagte, nach ersten Erkenntnissen sei der Doppelanschlag von zwei Selbstmord-Attentäterinnen verübt worden. Die beiden Frauen hätten den Sprengstoff vermutlich am Körper getragen, sagte Chefstaatsanwalt Juri Sjomin. Aufnahmen von Sicherheitskameras zeigten sie in Begleitung von zwei weiteren Frauen, nach denen gefahndet werde.
Nach Einschätzung des auf die Beobachtung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmens IntelCenter deutet vieles darauf hin, dass die Gruppierung Kaukasus-Emirat des tschetschenischen Rebellenchefs Doku Umarow hinter dem Doppelanschlag steckt. Umarow will im Nordkaukasus einen islamischen Staat errichten und hatte sich zu dem Anschlag auf den "Newski-Express" bekannt. Der Schnellzug war Ende November auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg durch eine Explosion entgleist. Es wurden 28 Menschen getötet.
Regierungschef Wladimir Putin erklärte, er wolle die mutmaßlichen Hintermänner "fangen und vernichten". Medwedew sagte an an der Station Lubjanka, die Hintermänner der Attentate seien "wilde Bestien".
(apa/red)
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