Gehring nimmt Rosenkranz ins Visier:
2. Platz Ziel des christlichen Kandidaten
- Präsidentschaftsbewerber: 'Lawine rollt unaufhaltsam'
- Scharfe Kritik an der Innenministerin Fekter geübt

·'Qualität bei der FPÖ ist auffallend schlecht'
Die Hofburg-Wahlplakate
in der Expertenanalyse
·Horst Rosenkranz' rechtes "Fakten"-Blatt
Gatte der FP-Kandidatin segelt durch Nazi-Gefilde
·Fischer erhält fast 45.000 Unterschriften
Einreichfrist zu Ende: Drei
Bewerber für die Hofburg
Rudolf Gehring will bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April Barbara Rosenkranz überholen und sich in einer Stichwahl mit Amtsinhaber Heinz Fischer messen. "Man kann es kaum in Worte kleiden, welche Zustimmung ich bekomme", sagte der Bundesobmann der Christlichen Partei Österreichs: "Die Lawine rollt unaufhaltsam." Gehring ist Abtreibungs- und Minarettgegner.
Gehring setzt auf christliche Soziallehre und Mitsprache der Bürger. Dies lässt ihn vehement gegen den Vorschlag auftreten, die Amtszeit des Bundespräsidenten von sechs auf acht Jahre zu verlängern. "Ich bin strikt dagegen, weil das neuerlich die Bürgermitbestimmung schwächt." Auch die bisherige Wiederwahlmöglichkeit will Gehring beibehalten.
Das ehemalige ÖVP-Mitglied kritisiert, dass die Parteien vor allem am möglichst ungestörten Regieren interessiert seien. Sich selbst sieht er als "Gegenpol zu Parteiverflechtungen". Fischer ist ihm "zu ruhig und inaktiv", er selbst würde etwa Finanzminister Pröll einen verspäteten Budgetbeschluss nicht durchgehen lassen.
Gehring ist römisch-katholischer Konfession, dennoch sei er weder einer Partei noch einer Religionsgemeinschaft verpflichtet. In Sachen Islam spricht sich Gehring für Gebetsräume, aber gegen Minarette in Österreich aus, Bekleidungsvorschriften - Stichwort Burkaverbot - will er aber niemandem machen.
Großzügigkeit gegenüber Zogaj
An Innenministerin Fekter kritisierte der 51-Jährige, sie agiere in Asylfragen "unangemessen und überzogen". Gegenüber dem Bleibewunsch der Familie Zogaj solle man großzügig sein: "Was vergeben wir uns da?"
Gehring tritt für ein Müttergehalt und gegen die Abtreibung auf. Die derzeitige Debatte um sexuellen Missbrauch in der Kirche hält Gehring für berechtigt. "Das kann man nicht verschweigen, jeder Missbrauchsfall ist um einen zu viel."
(apa/red)
