"Ich hau dir die Waffe auf den Schädel":
Beschwerden beim Bundesheer gestiegen
- Kommissionsbericht: Weniger Klagen von Rekruten
- Dringender Sanierungsbedarf bei vielen Kasernen
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"Ich hau dir die Waffe auf den Schädel" oder "Wenn du es nicht bald begreifst, breche ich dir die Finger": Beschimpfungen dieser Art, Schikanen und weitere Mängel führten dazu, dass es beim Bundesheer wieder mehr zu beklagen gegeben hat als im Vorjahr. Die Zahl der Beschwerden ist 2009 im Vergleich zu 2008 von 501 auf 556 gestiegen.
Die meisten Beschwerden (47 Prozent) betrafen die Bereiche Ausbildung und Dienstbetrieb, 26 Prozent Mängel bei der Unterkunft, 17 Prozent bezogen sich auf Personalangelegenheiten. Neun Beschwerden kamen von Soldatinnen, vier mehr als 2008.
Auffällig ist der Rückgang der Beschwerden von Rekruten (von 28 auf 12 Prozent). Die Gründe dafür sind allerdings unbekannt. 29 Prozent der Beschwerden kamen von Chargen (2008 waren es 23 Prozent), 34 Prozent von Unteroffizieren (2008: 25), elf Prozent entfielen auf Offiziere (2008: zwölf).
Sanierungsbedarf bei Kasernen
Das geht aus dem Jahresbericht 2009 der parlamentarischen Bundesheerkommission hervor. Die Kommission bestätigt in ihrem präsentierten Bericht den dringenden Sanierungsbedarf bei vielen Kasernen und schlägt dafür eine Sonderfinanzierung vor.
Mit dem normalen Baubudget sei eine rasche Verbesserung der Objekte "nicht umsetzbar", heißt es in dem Bericht. Die Kommission kritisiert, dass sich der Sanierbedarf wegen fehlender Finanzierung über Jahrzehnte aufgestaut habe. Das Bundesheer sei finanziell immer als Stiefkind behandelt worden.
(apa/red)
