Freitag, 2. April 2010

Jesus-Double baumelte vom Stephansdom:
Irre Karfreitags-Aktion sorgt für Aufregung

  • Kreuzigungs-Pose in 20 Meter Höhe als "Hilfeschrei"
  • Waghalsiger Künstler hat nun eine Anzeige am Hals

Für Polizei- und Feuerwehreinsatz sorgte der Künstler Emmerich Weissenberger mit einer spektakulären Karfreitags-Aktion: In 20 Meter Höhe lehnte er sich, nur mit Lendenschurz und Stacheldraht-Krone bekleidet, vom Gerüst über dem Haupteingang des Wiener Stephansdoms in Kreuzigungs-Pose.

Die Kunstaktion, die weder dem Dom noch den Behörden angekündigt war, sollte dem Gedenken an die Missbrauchs-Opfer durch Kirchenleute dienen. Wegen seiner halbstündigen Darbietung wird Weissenberger nun wegen schwerer Sachbeschädigung angezeigt. Möglicherweise werde er aber Schadenswiedergutmachung leisten, hieß es von Seiten der Polizei.

Über das Gerüst seitlich des Eingangs erklomm Weissenberger gegen zehn Uhr vormittags den Dom und schnitt kurz darauf von innen einen Spalt in die Plane. Zwischen zwei von ihm gestalteten Totentücher kroch er schließlich selbst, mit Seilen an den Armen gesichert, an die Außenseite und lehnte sich so für etwa eine Viertelstunde in der Pose des Gekreuzigten aus der Gerüst-Plane.

Dompfarrer von Aktion "betroffen"
"Am Tag der Kreuzigung Christi kreuzige ich mich selbst, stellvertretend für alle Ohnmächtigen. Es ist ein Hilfeschrei, denn Kunst ist immer wahrhaftig. Die Kirche, so wie sie ihr Antlitz heute zeigt, ist es nicht", kommentiert Weissenberger seine Aktion in einer Aussendung. "Nicht dem Tode Christi gedenken wir heute, sondern dem sozialen Tod jener, die Opfer der Männer des Himmels geworden sind. Ihnen gebührt unser Mitgefühl, unser Gedenken, unsere Aufmerksamkeit."

Nicht eingeweiht in die Aktion war Dompfarrer Toni Faber: "Ich halte es absolut nicht für richtig, dass ich vorher nicht informiert wurde", zeigte er sich gegenüber Helfern des Künstlers empört. Laut Faber ist es legitim, gegen die Missbrauchsfälle in der Kirche mit künstlerischen Mitteln zu protestieren, "aber nicht in schwindelnder Höhe am Stephansdom, wenn der Künstler dadurch sich selbst und andere gefährdet". Das Anliegen sei zu "akzeptieren und zu respektieren", so der Dompfarrer laut "Kathpress". Weissenbergers Ausdrucksform mache mache ihn aber "betroffen". Es sei "nicht in Ordnung", seinen Protest mit Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu verbinden.

Feuerwehr stellte Sprungkissen auf
Aus Angst, der Künstler könnte fallen und jemanden verletzen, ließ Faber das Tor des Stephansdoms verschließen. Als die Feuerwehr den Platz rund um den Eingang abgesperrt und ein Sprungkissen aufgestellt hatte, war der Künstler allerdings bereits wieder im Inneren der Plane verschwunden - um deren Spalt anschließend zu vernähen. Nach einer knappen halben Stunde hatten sich auch die Schaulustigen, die die Darbietung teilweise für eine kirchliche Aktion hielten, wieder aufgelöst. Der Künstler selbst wurde von der Polizei mitgenommen, welche Konsequenzen für ihn zu erwarten sind, könne man derzeit noch nicht absehen, hieß es seitens der Polizei.

(apa/red)

2.4.2010 14:13
Bananenbiager, 02. 04. '10 23:48
Prügeln im Namen der Kirche...
ist keinProblem. Vergewaltigung schon gar nicht. Wie weiß sich der armselige "DOMAFFE" zu helfen-ANZEIGE!!
Wer selbst nicht angreifbar ist nimmt Waffen die anderen schaden... (Vergewaltigung, Körperverletzung, Anzeigen wegen Sachbeschädigung)

Wer jetzt noch nicht ausgetreten is, is selber schuld
wong, 03. 04. '10 12:08
Re: Prügeln im Namen der Kirche...
klingt etwas wirr, äh...?!
grenzenlos24, 02. 04. '10 18:06
Verhandlungsvorschlag
Künstler werden in Zukunft derartige Aktionen dann im vorhinein ankündigen, wenn die Pfarrer und Priester dies auch bei ihren sexuellen und gewaltttätigen Übergriffen so handhaben...
wong, 03. 04. '10 12:09
Re: Verhandlungsvorschlag
ein guter vorschlag, beinhaltet ja die frage nach einem klösterlichen swingerclub ...! (-:
stabilis, 02. 04. '10 14:58
Lustig, oder...?
Macht Sinn, die sakralen Bauten sollten zukünftig als Freiklettergärten verwendet werden. Denke das der Alepnverein sich darüber freuen würde - so Mitten in der Stadt. Und der hat bald sowieso mehr Mitglieder als die Kirche - bietet sich also zur Übernahme an!
wong, 03. 04. '10 12:10
Re: Lustig, oder...?
mir gefällt die hetze gegen die kirche nicht, das geht am kern vorbei!
Maika, 03. 04. '10 19:03
Re: Lustig, oder...?
Was ist an dem Unsinn den "stabilis" schreibt, lustig???
Also, ich hab` schon mehr gelacht!!
Bin_Maden, 02. 04. '10 14:06
Das wär doch Inspiration
für die leidenden und gequälten Blauen.
Der Paintballer als Märtyrer, geschunden von roten Folterknechten. Vor seiner Nase stehen 3 Bier, die er jedoch nicht zu erreichen vermag. Asylanten kitzeln seine Fussohlen und Arigona singt den "Zogaj-Blues".
Im Hintergrund weint bitterlich die Rosenkranz, während die Apostel Graf, Mölzer, Kickl und Gudenus unschlüssig herumstehenn.
"Alter Adolf, vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun" stöhnt der Pleitier...
Bananenbiager, 02. 04. '10 23:50
geil
die Vorstellung alleine ist HAMMER
wong, 03. 04. '10 12:13
Re: Das wär doch Inspiration
wissen sie wirklich noch was sie tun und nicht tun sollten - herzlich gelacht, gute fantasie, bemerkenswert!
wong, 02. 04. '10 12:44
freiheit der kunst
ist zu akzeptieren - und hierbei kam sie eben nur unangemeldet zur geltung - und das war noch sogar eine sehr gute aktion....!
zordrake, 03. 04. '10 08:56
Re: freiheit der kunst
Das hat aber auch gar nichts mit der freiheit der Kunst zu tun!
Er kann das gerne zuhause mimen od. auf dem Straßenpakett.
Aber doch nicht am Haus Gottes!
wong, 03. 04. '10 12:13
Re: freiheit der kunst
es ist ein grenzgang der freiheit!