Donnerstag, 1. April 2010

'Unabhängige Opferbeauftragte' bestellt: Ex-
Landeshauptfrau Klasnic ab sofort erreichbar

  • Missbrauch: Möchte Expertenkommission aufstellen
  • Heimische Diözesen verzeichenen eine Austrittswelle

Österreichs katholische Kirche versucht sich angesichts der Vielzahl an Missbrauchsfällen weiter in Schadenbegrenzung. Nach Schuldbekenntnis und Bußgottesdienst traf Wiens Erzbischof Christoph Schönborn seine "unabhängige Opferbeauftragte", die ehemalige steirische Landeshauptfrau, Waltraud Klasnic. Diese gab danach ihre Kontaktdaten bekannt, eine Expertin ist ab sofort erreichbar. Unterdessen rollt auf die Kirche eine Austrittswelle zu.

Die Telefonnummer der "Opferanwaltschaft" lautet 0664/9807817, daneben gibt es die E-Mail-Adresse opferschutz@gmx.at. Klasnic, sie fungiert als ehrenamtliche Leiterin der Institution, erzählte, dass sich bereits viele Menschen gemeldet hätten, die in ihrer Kommission mitarbeiten wollten. Namen wollte sie noch keine nennen. "Vom Richter bis zum Psychologen, vom Militärfachmann bis zum Juristen" hätten jedenfalls schon viele Experten ihr Interesse an der Unterstützung der Kommission bekundet.

Die "Opferanwältin" schloss auch nicht aus, dass man mit Vertretern von Opfervereinigungen ins Gespräch kommen werde. Ob diese auch Platz in der Kommission haben werden, ist noch nicht klar. Konkret will Klasnic die unterschiedlichen Institutionen - etwa den geplanten staatlichen Runden Tisch und die diözesanen Ombudsstellen - miteinander vernetzen. Unabhängigkeit ist ihr wichtig, Unvereinbarkeit durch ihre Nähe zur Kirche sieht die Vorsitzende des Dachverbands Hospiz keine.

Austrittswelle bei Diözesen
Angesichts der Missbrauchsfälle steigen unterdessen die Kirchenaustrittszahlen. In der Erzdiözese Wien wurde von Jahresbeginn bis 31. März ein Anstieg um rund 28 Prozent verzeichnet, auch in St. Pölten wird ein Anstieg erwartet. In Graz haben alleine im März rund 1.000 Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt (Schnitt 2009: 220 bis 230). In Kärnten rechnet man mit einer Steigerung der Austritte um rund die Hälfte gegenüber dem Vorjahr.

Die Diözese Innsbruck verzeichnete seit Jahresanfang insgesamt 1.348 Abgänge. Allein in den ersten drei Märzwochen waren es es rund 200 mehr als im gesamten März des vergangenen Jahres. Die Diözese Feldkirch verlor allein in den ersten drei Monaten mindestens 1.850 "Schäfchen" (367 - plus 50 noch nicht bearbeitete Austritte - im Bezirk Dornbirn, mehr als 600 im Bezirk Bregenz, 315 in Bludenz, 517 im Bezirk Feldkirch), das sind mehr Austritte als 2008 im gesamten Jahr (1.793).

(apa/red)

1.4.2010 16:07
witthans, 02. 04. '10 16:19
Körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe in Bereichen der katholischen Kirche
... diese werden uns immer und immer wiederkehrend seit den 50-iger Jahren offen dargelegt. Die Kirche hat bisher daraus nichts gelernt. Immer nur Beschwichtigen, zu sagen wir müssen Aufklären, Ehrlich sein, die Wahrheit offen legen, ist weit zu wenig. Sämtliche Fälle müßten mit staatlichen Recht (nicht Kirchenrecht) abgeurteilt werden und es muß "innerkirchlich" drastische Konsequenzen geben. Es darf sich daher in der Kirche niemend wundern wenn es jetzt zu erheblichen Kirchenaustritten kommt, denn "ES IST nun mehr als GENUG". Es ist nur zu Hoffen, dass nun endlich die Verantwortungsträger der Kirche zur Vernunft kommen. Derzeit hofft die Kirche nur, dass die Geschädigten nur nicht zu früh (zeitverzögert nach etwa 15-25 Jahren) darüber zu reden wagen............das ist eine Schande!!!
kaernter1, 02. 04. '10 08:43
Do not trust the attorney arranged by the church!
The victims of sexually abused by priests should arrange a platform (office) where all can come together and tell their stories, hire their own attorneys o prosecute the Roman Catholic church.
mundl66, 02. 04. '10 09:25
Re: Do not trust the attorney arranged by the church!
dear Kaernter,
my englisch is not the yello from the egg. Please can you schreibing in deitsch? Your Nick waising hin you come from a blue Bundes Land and you can read the headbeitrag.

love, peace and Kasnudln
bachter, 02. 04. '10 13:13
Re: Do not trust the attorney arranged by the church!
Hallo Mundl66

super - ich habe selten so gelacht
vielleicht kapiert es die Kasnudel
brabus, 22. 04. '10 14:20
Re: Do not trust the attorney arranged by the church!
mundls Beitrag ist super, aber ich möchte drauf hinweisen, dass jemand aus dem blue Bundesland üblicherweise als KaerntNer bezeichnet wird.
bachter, 01. 04. '10 19:28
Alibihandlung !!!
Mit welcher Ignoranz und ohne jegliches Feingefühl gegenüber den Opfern diese "christlichen Leute" agieren. Verbrechen hat nur die Justiz aufzuklären und sonst niemand. Diesen "Christen" geht es nicht um die Opfer, sondern um den Schaden, den sie selbst der Kirche angerichtet haben, möglichst klein zu halten. Bei diesen Herren hat man den Eindruck, dass sie keine "Berufene" sind, sondern einfach machthungrig und karrieregeil. Auch schaden sie den ehrlichen Seelsorgern, die sie mit in ihren Sumpf ziehen. Sie sollen sich einfach schämen.
vielosofin, 01. 04. '10 16:24
sehr gute inszenierung, seitens der katholischen kirche.
sehr "professionell" auch, gmx-adresse...

online-petition unterzeichnen: http://www.ipetitions.com/petition/missbrauchinderkatholischenkirche/

danke.