Bigotterie & Business
- Tino Teller über das Comeback des "Tigers"

Jetzt nimmt er also die Schläger doch wieder wettkampfmäßig in die Hand und hofft, dass ihm die amerikanischen Fans seine schweren Sünden verzeihen: Tiger Woods, mit mehr als einer Milliarde Euro Karriereeinnahmen bestverdienender Profisportler aller Zeiten, kehrt in zwei Wochen beim ersten Major-Turnier des Jahres, den US Masters in Augusta, zurück auf die Fairways und Greens dieser Welt. Wurde auch höchste Zeit, schnaufen die Veranstalter und TV-Bosse erst einmal durch. In der fünfmonatigen selbst verordneten Pause sackten die Ratings der Liveübertragungen der PGA-Tour in den USA um satte 40 Prozent ab, Großsponsoren sprangen reihenweise ab, der Umsatz in den Golfshops brach ein. Darf man unter diesen Vorzeichen das zum Teil herzzerreißend inszenierte private Drama aus Schuld und Sühne des 34-jährigen Ausnahmekönners auch nur ansatzweise ernst nehmen? Auch sein tränenreich unterstütztes öffentliches Bekenntnis, dass ihn vor allem die Abwendung von der Religion ins Fiasko gestürzt habe? Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hätte: Im Fall Tiger Woods feiern Bigotterie und Business eine wahre Traumhochzeit. Was das alles noch mit Sport zu tun hat? Eben.
