Klotz am AMS-Bein : Markus R. Leeb
über unnötige Mehraufgaben
- AMS die Mindestsicherung umzuhängen, ist falsch
- Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?
Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat sich seit seiner Ausgliederung 1994 zu einem effizienten Partner für Wirtschaft und Arbeitssuchende entwickelt. Dass es uns trotz der größten Wirtschaftskrise der Zweiten Republik noch immer so gut geht, ist auch ein Verdienst dieses AMS. Unter dem langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Günther Steinbach wurde das AMS zum Vollprofi in seiner Kernaufgabe, nämlich Jobs zu vermitteln. Das ist gut so, denn noch nie haben wir diesen professionellen Service so dringend benötigt.
AMS-Vorstand Johannes Kopf erwartet den Höhepunkt der Arbeitslosigkeit Ende 2011, wie er mir jüngst in einem Gespräch fundiert darlegte. Und gerade in dieser Phase, in der das AMS alle Hände voll zu tun hat, sorgt Sozialminister Rudolf Hundstorfer für unnötige Mehrbelastung. Die Rede ist von der Mindestsicherung, die über das AMS abgewickelt werden soll. Ich kann ja verstehen, dass ein Politiker seinen Machtbereich durch sein Budget definiert und der Sozialminister deshalb diese Aufgabe für sich reklamiert. Aber die Mindestsicherung dem AMS umzuhängen könnte sich noch als fatal erweisen. So ist der Rücktritt von AMS-Präsident Steinbach zu verstehen, wenngleich auch sehr zu bedauern. Man ist versucht zu sagen: Herr Minister, das haben Sie verhundstorfert.
Markus R. Leeb
leeb.markus@news.at
