Donnerstag, 25. März 2010

Heike Makatsch und die Jagd auf Milliarden:
Weltweite Initiative für Spekulationssteuer

  • Globales Netzwerk will Spekulanten Einhalt gebieten
  • Schauspielerin stellt sich in den Dienst der Sache

Da würde selbst Robin Hood vor Neid erblassen: Eine globales Netzwerk von Organisationen will sich nicht mit ein paar lausigen Münzen zufrieden geben - sie fordern von den Finanzmärkten Milliarden. Und das nicht einmal für sich. Den Reichen nehmen, um den Armen zu geben, verlangen Vereinigungen wie Attac, Arbeiterkammer und Greenpeace. Ihr Anliegen ist die Schaffung einer Finanztransaktionssteuer. Gelingen soll das mit Unterstützung der Zivilbevölkerung - und Heike Makatsch als Businesslady.

"Es ist eine süße kleine Idee, Banken zu besteuern, Armut zu bekämpfen und Spekulation einzudämmen", gesteht Banker Jan Josef Liefers - um gleich darauf Businessfrau Heike Makatsch auszubremsen: "Aber ich glaube nicht, dass es funktioniert". Zwei Sätze, in denen fast alles steckt, was in der Debatte um die Finanztransaktionssteuer bisher gelaufen ist.

Das soll nun anders werden: Eine globale Unterschriftenaktion soll die Regierungschef der G20 dazu bewegen, die nach dem Ökonomen James Tobin benannte Tobin-Finanztransaktionssteuer einzuführen. Die Argumente sind schlagend - bereits eine minimale Besteuerung der Spekulationsgeschäfte verheißt Milliarden über Milliarden. Allein Österreich würde eine Abgabe von 0,01 Prozent auf Finanztransaktionen nach Berechnung von Wifo-Ökonom Stephan Schulmeister dem Staat bis zu fünf Milliarden Euro einbringen. Kann man dazu denn überhaupt Nein sagen?
Sehen Sie selbst:



In Wirklichkeit sehen Großbanken das bisher allerdings anders. Mit dem Hinweis auf die Erfahrungen Schwedens, wo in den 90ern eine ähnliche Abgabe eingehoben wurde, wird die Angst vor einem Zusammenbruch der Finanzmärkte und einer Abwanderung der Akteure geschürt. Davon ließen sich Regierungschef bisher beeindrucken, inzwischen aber bröckelt die Front der Gegner: Kanzler Faymann hat seinen Willen zu einer Tobin Steuer ebenso bekundet wie Frankreichs Nikolas Sarkozy oder die deutsche Angela Merkel.

Und jetzt soll des Volkes Stimme die Idee vorantreiben: Mit der globalen Unterschriftenaktion, die in Österreich Attac, ÖGB, Arbeiterkammer, Global 2000 u.v.m. unterstützen, will man den Druck auf die G-20 bis zum Finanzgipfel im Juni erhöhen. Ob die Staatslenker dem ungezügelten Treiben dann Einhalt gebieten werden, wird sich weisen. Aber warum soll in Toronto misslingen, was schon im Sherwood Forest geklappt hat?

www.steuergegenarmut.at

www.makefinancework.org

(mei)

25.3.2010 16:05
founder, 25. 03. '10 20:22
Wie ein Stoddämpfer fürs Auto
Autos mit abgenutzten Stoßdämpfern schaukeln leicht auf, sind in der Kruve sehr unsicher, geraten leicht ins Schleudern.

So eine Transaktionssteuer ist für die Wirtschaft so was wie die Stoßdämpfer im Auto.

Straff eingestellt, Super Straßenlage, da kann man das Rallyauto über Bodenwellen prügeln, wo jedes andere Auto sich längst in die Botanik vertschüst hätte.
brabus, 25. 03. '10 17:28
Spekulationssteuer
Funktioniert nur, wenn ALLE Länder mitspielen, denn dann kann es kein Ausweichen geben. Andererseits, warum wird das Zocken, welches uns diese Krise beschert hat nicht gänzlich abgeschafft um künftige Krisen zu verhindern ?