Zahnpasta gab es schon in der Antike:
Nagetierzähne und Urin als Bestandteile
- Moderne Pasten erst ab dem späten 19. Jahrhundert
- Karies weltweit am weitesten verbreitete Krankheit

Schon in der Antike haben die Menschen Zahnpasten oder -pulver verwendet. Unter anderem fanden Nagetierzähne, Schneckenschalen oder Urin darin Verwendung, berichtete Peter Freunscht von Unilever bei einem Pressegespräch der Branchenplattform Kosmetik transparent. Ab dem 19. Jahrhundert wurde auch Seife beigemischt. Moderne Zahnpasten in Tuben kamen erst im späten 19. Jahrhundert als Massenprodukte auf den Markt.
In der Mundhöhle tummeln sich etwa 500 Arten von Bakterien. Sie brauchen Zucker und Kohlenhydrate. Die Säuren, die sich durch ihren Stoffwechsel bilden, greifen den Zahnschmelz an. Mit der Zeit entsteht Karies. "Das ist die weltweit am weitesten verbreitete Krankheit", sagte Freunscht. "Karies ist die Auflösung der Zahnstruktur durch bakteriellen Säureangriff." Ein Wirkstoff, "der erwiesenermaßen Karies reduziert", ist Fluorid, es wird praktisch allen Zahncremen beigemengt.
Statt gemahlener Hufe, Hörner und Asche enthalten moderne Produkte u.a. Wasser, Tenside als Schaumbildner, Putzkörper wie Kalk oder Silikate, Verdickungsmittel wie Cellulose oder Johannisbrotkernmehl, Farbstoffe und natürlich die Wirkstoffe. Fluoridsalze dienen der Kariesprophylaxe. Antibakterielle Substanzen beugen Zahnfleischentzündung und Mundgeruch vor. Spezialcremen enthalten zum Beispiel Pyrophosphate gegen Zahnsteinbildung oder Kaliumsalze bei empfindlichen Zähnen.
Als Feuchthaltemittel in den Produkten dienen Sorbitol und Glycerol. Sie ersetzen heute sinnvollerweise den Zucker, der eine Zeitlang in der Paste "wie im Kuchen" für Feuchtigkeit sorgen musste, so Freunscht. Tenside und andere Wirkstoffe sind aber bitter. Deshalb werden Süßstoffe, meist Saccharin, zugemischt. Minz- und Mentholaromen sorgen für Frische. Zumindest in Europa. In anderen Teilen der Welt gelüstet den Putzern auch nach Geschmacksrichtungen wie Zimt oder süßer Kaugummi (USA).
"Seit kurzem gibt es auch eine Methode, die es erlaubt, optische Aufheller auch in Zahnpasten einzusetzen", so Freunscht. "Chemische Verfahren für weißere Zähne, wie Bleichen mit Peroxid, können nämlich nicht für Zahnpasten verwendet werden."
(apa/red)
