Montag, 22. März 2010

Linzer Forscher machen Batterien dehnbar:
Wissenschafter entwickeln flexible Akkus

  • Energiespeicher sollen in Kleidung einarbeitbar sein
  • Forscher lassen sich von Uralt-Batterien inspirieren

An der Entwicklung von dehnbaren Akkus arbeiten derzeit Wissenschafter um Siegfried Bauer vom Bereich "Physik weicher Materie" der Universität Linz. Die möglichen Einsatzgebiete derartiger Energiequellen wären etwa in Kleidung eingearbeitete elektronische Geräte wie MP3-Player oder Handys. Für nicht wiederaufladbare Batterien ist das Kunststück bereits gelungen, berichtete Bauer gegenüber der APA.

Die Arbeiten wurden in der Wissenschaftszeitschrift "Advanced Materials" veröffentlicht. Biegsame Akkus gibt es bereits. Damit die Energieeinheiten aber weitgehend unsichtbar - und unspürbar - in Kleidung verarbeitet werden können, müssen sie sich nicht nur verformen, sondern auch dehnen lassen. Bauer und sein Team arbeiten derzeit etwa mit Elastomer-Bändern auf Gummi-Basis.

"Um die passende Chemie für die Zellen zu erhalten, kann man einiges von Uralt-Batterien abschauen, etwa Zink-Kohle-Batterien", so der Physiker. Quasi in der Pionierzeit haben Techniker viel mit Gelen gearbeitet, was dann teilweise wieder in Vergessenheit geraten ist. Doch dieses Material ist für die flexiblen Zellen bestens geeignet.

Eine eigene Herausforderung sind dabei die elektrischen Leitungen. Auch dabei experimentieren die Linzer Experten mit Gelen, etwa sogenanntem Russgel, das aufgedruckt werden kann oder auch aufgedampften Goldschichten. Was mit Ein-Weg-Batterien derzeit bereits funktioniert, soll auch auf wiederaufladbare Akkus ausgeweitet werden. Dann stünde dem Energie-Pullover nichts mehr im Weg.

(apa/red)

22.3.2010 07:43