Samstag, 27. März 2010

Russischer Milliardär klopft bei Telekom an:
Mobilfunk-Investor will die Firmenmehrheit

  • Jewtuschenkow besitzt russischen Mobilfunker MTS
  • TA-Personalvertretung lehnt Verkauf kategorisch ab

Der russische Milliardär Waldimir Jewtuschenkow, Eigentümer des größten russischen Mobilfunkanbieters MTS, will laut einem Bericht die Telekom Austria übernehmen. Dem Vernehmen nach sind die Russen bereit, für die Mehrheit an der Firma einen deutlich über dem Börsenkurs liegenden Preis zu bezahlen. Die Staatsholding ÖIAG hält 27,37 Prozent an der TA, der Börsenwert liegt bei rund 4,5 Mrd. Euro.

Die Personalvertretung der Telekom Austria lehnt den in der "Kronen Zeitung" kolportierten Verkauf des Unternehmens an Jewtuschenkow kategorisch ab. Dies komme nicht infrage, so Markus Hinker, Vorsitzender der Personalvertretung. Vom Eigentümervertreter, Finanzminister Pröll, und vom Eigentümer ÖIAG verlangt die Personalvertretung "ein klares Bekenntnis", dass der Staat seine Beteiligung behält. Eigentümer ÖIAG hat die Personalvertretung nun beruhigt: "Es gibt für diese Legislaturperiode keinen Privatisierungsauftrag für die Telekom", sagte eine Sprecherin. Daher gebe es auch keine Basis für die angeblichen Gespräche.

"Hinter vorgehaltener Hand hat man uns am Abend versichert, dass ein Verkauf aktuell nicht zur Debatte steht", beruhigt Hinker erst einmal. Es verwundere aber nicht, wenn sich die russische MTS für die Telekom Austria interessiere. "Immerhin sind wir in Weißrussland der größte Konkurrent der MTS." Umso wichtiger sei es, dass vor allem ÖIAG-Chef Peter Michaelis den Spekulationen jetzt rasch eine klare Absage erteile "anstatt im Urlaub zu entspannen und über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unsichern zu lassen".

Jewtuschenkow, der über den Mischkonzern Sistema an vielen Unternehmen im Telekom- und Energiesektor beteiligt ist, gelte als Vertrauter des russischen Regierungschefs Putin, so die "Krone". Verheiratet ist er mit der Schwester von Jelena Baturina, der Ehefrau des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschkow. (apa/red)

27.3.2010 11:23
Vasant, 28. 03. '10 16:12
Was für ein Zufall ...
da ist doch der ehemalige Chef Nemsic von der Telekom
nach Russland in die VimpelCom gewechselt und nun
ganz plötzlich und zufällig will sich die MTS die Mehrheit
der Mobilkom kaufen?

Das erinnert stark an die AUA story, wo zufällig die ML
schon Angebote von der Lufthansa hatten und dann ur
plötzlich die Lufthansa fast ohne Konkurrenz die AUA
gekauft hat ... Zufall oder perfekte Aufbereitung? Wie
auch immer ... die AUA hat man fest und gezielt in den
Boden gewirtschaftet und dann verschenkt plus hoher
Steuergelder als Geschenk obendrein!

Gewisse Leute verkaufen halt gerne zum eigenen Vorteil
das ganze Land, aber hoffentlich bleibt die Telekom in
unserem Besitz!