Hart erkämpfte Kür des neuen Hypo-Chefs:
Kranebitter übernimmt ab April das Steuer
- Heftiger Streit um Ablöse für den Ex-Vorstand Pinkl
- Verluste der Hypo betrugen im Vorjahr 1,6 Mrd. Euro

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Nach stundenlangen Debatten im Hypo-Aufsichtsrat ist es amtlich: Ab 1. April ist der bisherige KPMG-Österreich-Chef Gottwald Kranebitter neuer Vorstandsvorsitzender der verstaatlichten Kärntner Hypo Group Alpe Adria. Er folgt Franz Pinkl nach, der nächste Woche - per 31. März - die Bank verlässt.
Der Austausch der Spitze der mittlerweile staatlichen Problembank hatte gleich mit einem Eklat begonnen. Im Aufsichtsrat sollte am Abend eine vorher paktierte Millionenabfindung für Noch-Bankchef Pinkl abgesegnet werden, insgesamt vier neue Vorstände unter Vorsitz des Wirtschaftsprüfers Kranebitter sollten einziehen. Im letzten Moment drohte wegen eines Polit-Krachs der Deal mit Pinkl - und damit die ganze Aufsichtsratssitzung - zu platzen.
Kurz hieß es, die Sitzung sei auf unbestimmte Zeit verschoben, dann nur "unterbrochen". Die wichtigsten Beschlüsse gingen dann letztlich doch durch.
Die vorzeitige Auflösung des Vorstandsvertrags mit Pinkl - der seinen Anspruch auf vollständige Vertrags-Auszahlung bis 2014 geltend machte - hätte 4,5 Millionen Euro gekostet. In den vergangenen Tagen hatte man sich dem Vernehmen nach auf "günstigere" 2,9 Millionen festgelegt. Im letzten Moment, so wurde in der ÖVP ventiliert, hätten sich Vertreter des Kanzleramts überhaupt gegen eine Abfindung quergelegt.
Verluste von 1,6 Mrd. Euro
Dass der Vorschlag, Pinkl mit 2,9 Mio. gehen zu lassen, am Abend durchging, lag daran, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Johannes Ditz, von seinem Dirimierungsrecht Gebrauch machte. Denn die Abstimmung zwischen je zwei SP- und VP-Vertretern war 2:2 ausgegangen.
Ditz bestätigte im Zuge der Aufsichtsratssitzung auch, dass die krisengeschüttelte Bank im Jahr 2009 1,6 Mrd. Euro Verlust einfuhr.
Zuvor hatte die erste öffentliche Zeugenbefragung im Hypo-U-Ausschuss des Kärntner Landtages großes Medieninteresse ausgelöst. Die für Donnerstag geplante U-Ausschusssitzung musste abgesagt werden, da praktisch alle geladenen Zeugen abgesagt hatten.
(apa/red)
