Ist die Gemeinschaftswährung am Ende?
Merkel will Griechen den Euro wegnehmen
- Athen wehrt sich gegen deutsche Ausschlusspläne
- Währungshüter erteilen Merkels Plänen klare Absage

·Für Waffen gibt es
in Athen immer Geld
Deutsche Produzenten
freuen sich über Aufträge
·Bestimmt Brüssel
bald Bundesbudgets?
EU will Regierungen
auf die Finger schauen
Raus aus dem Euro! Wenn es nach Angela Merkel ginge, könnten sich Europas Budgetsünder bald wieder nach einer eigenen Währung umschauen. Weil Griechenlands massive Staatsverschuldung die Stabilität der Währungsunion gefährde, fordert die deutsche Bundeskanzlerin einen Maßnahmenkatalog, der nicht nur Athen, sondern auch anderen künftigen Pleitekandidaten mit dem Ausschluss droht. Während Griechenland sich in heftigen Attacken gegen Berlin ergeht, schieben mächtige Währungshüter den Ausschlussfantasien einen Riegel vor.
Zwischen Deutschland und Griechenland hängt der Haussegen schief. Weil Athen die Schulden bis zum Hals stehen und Berlin dem Europartner aus dem Süden nicht zu jedem Preis beistehen will, fliegen derzeit Fetzen.
Den jüngsten Vorstoß von Kanzlerin Merkel und der Deutschen Bundesbank, säumige Staaten mit scharfen Konsequenzen zu drohen, kontert Griechenland mit einem heftigen Vorwurf. Weil der Export-Vizeweltmeister Interesse an einem billigen Euro habe, erlaube Berlin den deutschen Banken Spekulationen gegen Griechenland, beklagt sich der griechische Vizeregierungschef Theodoros Pangalos.
Absurder Rauswurf
Das wiederum passt mit den deutschen Plänen zum Rauswurf von reuelosen Schuldenstaaten gar nicht zusammen. Merkels Vorhaben, die entsprechenden EU-Verträge zu ändern, stoßen indes auf erbitterten Widerstand. "Ich habe schon früher gesagt, dass ich dagegen bin", wettert Luxemburgs Premier und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in Richtung Berlin. Die Möglichkeit eines Rauswurfes mache den Euro lediglich "zum Spielball der Finanzmärkte", so Juncker. Für Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), ist die Aufspaltung der Eurozone schlichtweg "absurd". "Wir teilen ein gemeinsames Schicksal", erinnert Trichet Deutschland an die Werte der Gemeinschaftswährung.
Dass sich Deutschland mit dem Vorhaben, Staaten wie Griechenland bei Bedarf ausschließen zu können, durchsetzt, ist kaum zu erwarten. Das Strohfeuer zwischen Athen und Berlin allerdings dürfte auch so noch munter weiterbrennen. Denn die Verhandlungen über eine Finanzhilfe an Athen bleiben in jedem Fall hitzig.
(mei)

