Samstag, 27. März 2010

Sturm klarer Sieger im steirischen Derby:
Graz bezwingt Kapfenberg souverän mit 3:0

  • Sturm spielt Stärke aus Standardsituationen aus
  • Und dann gab es eine Schwierigkeit mit den Socken

Sturm Graz ist drei Tage nach der ersten Frühjahrs-Niederlage bei Salzburg wie gefordert im steirischen Derby gegen Kapfenberg auf die Siegesstraße zurückgekehrt. Innerhalb von nur zwei Minuten entschied der Favorit das Steirer-Duell im Franz-Fekete-Stadion schon vor der Pause für sich und ging am Ende als verdienter 3:0-Sieger vom Platz, wobei alle drei Tore nach Standardsituationen fielen.

Weil auch die drei anderen der "Big-Four" gewannen, sind die Grazer trotz des ersten vollen Erfolges nach drei Spielen ohne Sieg vor dem letzten Meisterschafts-Viertel weiterhin mit drei Punkten Rückstand auf Austria Wien Vierter.

Nach dem Ehrenanstoß durch die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin und Lokalmatadorin Elisabeth Görgl sowie relativ ereignisloser Kickerei änderte sich das Stimmungsbild nach 20 Minuten schlagartig und brachte fünf Minuten voll packender Szenen inklusive zweier Tore noch vor der Pause. Zunächst faustete KSV-Torman Wolf einen scharfen Hölzl-Schuss weg (21.), fast im Gegenzug drehte Sturm-Keeper Gratzei einen schönen Pavlov-Kopfball nach Siegl-Flanke über die Latte (22.). Blieben da die Tore noch aus, sorgte Sturm dann innerhalb von nicht einmal zwei Minuten für die Vorentscheidung.

Zunächst köpfelte Gordon Schildenfeld nach einem Eckball von rechts völlig unbehelligt das 0:1 (25.) und damit sein erstes Liga-Tor für Sturm, dann ließ Jakob Jantscher nach einem Einwurf von links Schönberger aussteigen und schoss von halblinks über Wolf hinweg das 0:2. Kurios: Beide Torschützen erhielten postwendend die Gelbe Karte. Der Kroate wegen übertriebenen Torjubels, Jantscher weil er sich nach dem Treffer das Leibchen auszog.

Die einzige gute Chance auf den Anschlusstreffer für die Kapfenberger vergab Pavlov, der in der 33. Minute alleine auf das Sturm-Tor zulief, sich aber vom herauseilenden Gratzei irritieren ließ.

Die Sache mit den Socken
Nach Wiederbeginn änderte sich nicht viel am Gesamtbild und auch Treffer Nummer drei fiel nach einer Standardsituation. Nach einem Muratovic-Freistoß von links hatte der heraneilende Hlinka keine große Mühe, Wolf per Kopf aus kurzer Distanz zu bezwingen. Die Grazer hatten danach eher gute Chancen auf das 4:0 als Kapfenberg auf den Ehrentreffer, wobei Felfernig aber das Sturm-Gehäuse nur ganz knapp verfehlte (83.). Vor allem die Grazer gingen aber nicht mehr mit letztem Nachdruck zur Sache und verabsäumten so einen möglichen Kantersieg.

Eine Kuriosität ergab sich auch gegen Ende der Partie. Sturm durfte einige geplante Wechsel nicht vornehmen, weil die vorgesehenen Spieler unter den (blauen) Spielsocken (sichtbare) schwarze Socken trugen. So kam neben Trainer-Sohn Sandro Foda auch Oldboy Mario Haas (87.) kurz zum Einsatz. Der 35-Jährige könnte kommende Saison bei Kapfenberg landen. Der Vertrag von Haas bei Sturm läuft aus, KSV-Trainer Werner Gregoritsch will den routinierten Stürmer offenbar unbedingt und auch bei Sturm macht man den Eindruck, dass man Haas ziehen lassen wird.


Kapfenberger SV - SK Sturm Graz 0:3 (0:2):
Franz-Fekete-Stadion, 6.000, SR Eisner

Torfolge:
0:1 (25.) Schildenfeld
0:2 (27.) Jantscher
0:3 (55.) Hlinka

Kapfenberg: R. Wolf - Gansterer (62. Schmid), Schönberger, Fukal, Schellander - Hüttenbrenner (56. Tieber), Siegl, Sencar (56. Di Salvo), Felfernig - Heinz - Pavlov

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Feldhofer, Schildenfeld, Prawda - Hölzl (72. Bukva), Weber, Hlinka, Jantscher (88. Haas) - Kienast, Muratovic (86. Foda)

Gelbe Karten: Fukal, Sencar bzw. Schildenfeld, Jantscher, Muratovic

(apa/red)

27.3.2010 20:18