Der Weltmeister in einer Nebenrolle:
Button als Außenseiter nach Melbourne
- McLaren-Pilot unter Druck. Kritik an Reglement
- "Es ist hart, solche Prozessionen anzusehen"

·Zweikampf um den König der F1-Boliden?
Bahrain: Nur Red Bull auf Augenhöhe mit Ferrari
Von Ruhm und Glanz ist wenig über. Im Vorjahr hatte Jenson Button zum Formel-1-Auftakt in Australien noch den Grundstein für eine Siegesserie gelegt, die ihm schließlich den ersten WM-Titel bescheren sollte. Ein Jahr später droht dem Weltmeister im Albert Park eine Nebenrolle. Bereits im ersten Saisonrennen in Bahrain war Teamkollege Lewis Hamilton der schnellere der beiden McLaren-Piloten gewesen.
Button gelobte Besserung, wenngleich der McLaren noch nicht ganz dort sein soll, wo die Engländer hinwollen. "Wir haben noch sehr viel Raum für Verbesserungen", gestand der 30-Jährige, der sich in Bahrain noch hinter Rückkehrer Michael Schumacher mit Platz sieben hatte zufriedengeben müssen. Hamilton wurde mit Glück Dritter, am Youngster hatte sich im McLaren-Stallduell einst bereits Superstar Fernando Alonso die Zähne ausgebissen.
Zwar sehen die Briten den Konkurrenten Red Bull auf einer Runde klar im Vorteil, der Straßenkurs in Melbourne soll dem McLaren aber besser liegen als jener in der Wüste von Sakhir. Ans Aufgeben denkt Button daher noch lange nicht. Mit Hamilton hatte er vergangene Woche zahlreiche Stunden in der Fabrik in Woking verbracht. "Man kann sich gar nicht vorstellen, was wir an nur einem Wochenende in Bahrain alles gelernt haben", betonte der Weltmeister.
Ärger über neue Regeln
Die neuen Regeln sind gewöhnungsbedürftig - und hatten zum Auftakt nicht gerade für Action gesorgt. Das Tankverbot, die dadurch zu Rennbeginn sehr schweren Autos und das angepasste Reifenreglement machten das Überholen praktisch unmöglich. "Es ist hart, solche Prozessionen anzusehen", versicherte Button. "Es ist ärgerlich, denn es ist der Sport, den ich liebe." Das Reglement müsse daher eingehend geprüft werden, befand der Titelverteidiger.
Button steht mit dieser Meinung bei weitem nicht alleine da - selbst Rekordweltmeister Schumacher hatte nach seinem Comeback nach mehr als drei Jahren von einem nicht sehr aufregenden Rennen gesprochen. Einige Teamchefs, darunter Buttons ehemaliger und Schumachers aktueller Boss Ross Brawn, hatten zuletzt angedeutet, dass ein zweiter verpflichtender Boxenstopp und eine Änderung der Reifenmischungen für mehr Spannung sorgen könnten.
(apa/red)
