Vorwürfe gegen Benedikt XVI.: Vatikan
wehrt sich & ortet Medienhetze gegen Papst
- Vatikanzeitung spricht von Angriff auf den Pontifex
- War angeblich über Missbrauchsfall in USA informiert
·Neuer Skandal in katholischer Kirche
Der Papst wusste von Missbrauch - und schwieg
·Gesundheitsminister lässt Grüne abblitzen
Stöger stellt sich gegen generelles Rauchverbot
·Kritik an Worten des
Papstes reißt nicht ab
Plattform 'Wir sind Kirche'
vermisst konkrete Inhalte
·Erste Konsequenzen aus Missbrauchsaffäre
Projektgruppe der Bischöfe nimmt Arbeit auf
·Die Katholische Kirche am Pranger
KOMMENTAR: Missbrauch
- ein Kind des Schweigens
·Missbrauchsfälle von
der Kirche vertuscht
Deutscher Bischof: "Ja,
das hat es gegeben"
·VIDEO-Umfrage:
'Das Zölibat ist schuld'
Das hält Österreich von der Katholischen Kirche
·"Vertrauen junger Menschen verraten"
Auszüge aus dem Brief von Papst Benedikt XVI.

Die katholische Kirche wehrt sich gegen die neuesten gegen sie gerichteten Anschuldigungen im Missbrauchsskandal und sieht Papst Benedikt XVI. als Opfer der Medien. Für die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" gibt es eine "klare und verabscheuungswürdige Absicht", den Pontifex "um jeden Preis" anzugreifen. Das Blatt bezog sich auf einen Bericht der "New York Times", wonach in den USA ein in einen Missbrauchsfall verwickelter katholischer Priester nie seines Amtes enthoben worden sein soll, obwohl der Vatikan von den Vorwürfen wusste.
Dem Bericht zufolge wirft ein Anwalt der Diözese Milwaukee in einer Klage vor, sie sei nicht entschieden genug gegen Pfarrer Lawrence Murphy vorgegangen. Murphy war von 1950 bis 1975 an einer Schule für gehörlose Kinder tätig und soll dort bis zu 200 Jungen sexuell belästigt haben. Er starb 1998.
Vorherrschende Tendenz in der Medienberichterstattung, so der "Osservatore", sei, "die Fakten zu vernachlässigen und die Interpretationen zu verbiegen, damit ein Bild der Katholischen Kirche als quasi einziger Verantwortlicher für die Missbrauchsfälle verbreitet werden kann - ein Bild, dass nicht der Realität entspricht. Es dient hingegen dem offensichtlichen und unwürdigen Versuch, Benedikt XVI. und seine engsten Mitarbeiter um jeden Preis anzugreifen."
Ratzinger über Missbrauch informiert?
1996 hatte der damalige Erzbischof von Milwaukee, Rembert Weakland, der "New York Times" zufolge den Vatikan in einem Brief an die Glaubenskongregation, die damals von Kardinal Joseph Ratzinger, dem jetzigen Papst, geleitet wurde, über den Fall Murphy informiert. Eine Antwort von Ratzinger habe es nicht gegeben, berichtet die "New York Times". Acht Monate später habe sein Stellvertreter, Kardinal Tarciscio Bertone, den Bischöfen empfohlen, ein geheimes Disziplinarverfahren einzuleiten. Bertone habe dies aber wieder gestoppt, nachdem Murphy in einem Brief an Ratzinger seine Reue bekundet und auf seinen schlechten Gesundheitszustand hingewiesen habe. Er habe auch darauf verwiesen, dass die Fälle inzwischen verjährt seien.
(apa/red)
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