Freitag, 26. März 2010

Vorwürfe gegen Benedikt XVI.: Vatikan
wehrt sich & ortet Medienhetze gegen Papst

  • Vatikanzeitung spricht von Angriff auf den Pontifex
  • War angeblich über Missbrauchsfall in USA informiert

Die katholische Kirche wehrt sich gegen die neuesten gegen sie gerichteten Anschuldigungen im Missbrauchsskandal und sieht Papst Benedikt XVI. als Opfer der Medien. Für die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" gibt es eine "klare und verabscheuungswürdige Absicht", den Pontifex "um jeden Preis" anzugreifen. Das Blatt bezog sich auf einen Bericht der "New York Times", wonach in den USA ein in einen Missbrauchsfall verwickelter katholischer Priester nie seines Amtes enthoben worden sein soll, obwohl der Vatikan von den Vorwürfen wusste.

Dem Bericht zufolge wirft ein Anwalt der Diözese Milwaukee in einer Klage vor, sie sei nicht entschieden genug gegen Pfarrer Lawrence Murphy vorgegangen. Murphy war von 1950 bis 1975 an einer Schule für gehörlose Kinder tätig und soll dort bis zu 200 Jungen sexuell belästigt haben. Er starb 1998.

Vorherrschende Tendenz in der Medienberichterstattung, so der "Osservatore", sei, "die Fakten zu vernachlässigen und die Interpretationen zu verbiegen, damit ein Bild der Katholischen Kirche als quasi einziger Verantwortlicher für die Missbrauchsfälle verbreitet werden kann - ein Bild, dass nicht der Realität entspricht. Es dient hingegen dem offensichtlichen und unwürdigen Versuch, Benedikt XVI. und seine engsten Mitarbeiter um jeden Preis anzugreifen."

Ratzinger über Missbrauch informiert?
1996 hatte der damalige Erzbischof von Milwaukee, Rembert Weakland, der "New York Times" zufolge den Vatikan in einem Brief an die Glaubenskongregation, die damals von Kardinal Joseph Ratzinger, dem jetzigen Papst, geleitet wurde, über den Fall Murphy informiert. Eine Antwort von Ratzinger habe es nicht gegeben, berichtet die "New York Times". Acht Monate später habe sein Stellvertreter, Kardinal Tarciscio Bertone, den Bischöfen empfohlen, ein geheimes Disziplinarverfahren einzuleiten. Bertone habe dies aber wieder gestoppt, nachdem Murphy in einem Brief an Ratzinger seine Reue bekundet und auf seinen schlechten Gesundheitszustand hingewiesen habe. Er habe auch darauf verwiesen, dass die Fälle inzwischen verjährt seien.

(apa/red)

26.3.2010 11:02
different-view, 27. 03. '10 00:09
Es ist bewiesen..
daß der Papst alles gewusst hat und seinen Bischöfen ein Dokument unterschreiben ließ, daß sie schweigen müssen. Klar, will er sich wieder rausreden und alles beschönigen. Der Vatikan ist ein organisierter Verbrecherverein,und einer der reichsten noch dazu . Ich frag mich, wieso der Papst und viele seiner Ratten noch auf freien Fuß sind? Wieso sind die nicht längst hinter Gitter?
Ich fordere die Auflösung des Vatikans, die Abschaffung der kompletten Religionen, beginnend mit dem Katholizismus und die Einweisung dieser Kinderschänder in eine Anstalt für abnorme Rechtsverbrecher !
brabus, 26. 03. '10 11:27
Vatikan und Hetze
Kann es sein, dass der Vatikan hier Ursache und Wirkung verwechselt ? Wer trägt denn die Verantwortung für alles was diese Institution verbrochen hat ? Und jetzt sind diese Verantwortlichen und Verursacher die armen Hascherl, die von den ach so bösen Opfern, deren Anwälten und den Medien in 'verabscheuungswürder Absicht' belangt werden ? Diese Kirche ist gar nicht gewillt etwas zu ändern, also muss sie von aussen geändert werden, indem man sie niederreisst.
Blink188, 26. 03. '10 11:53
Re: Vatikan und Hetze
Ganz deiner Meinung, in meinen Augen ist das ganze nur ein Ablenkmanöver um sich ins "gute" Licht zu stellen!!
Kasperltheater, 26. 03. '10 17:29
Re: Vatikan und Hetze
Bin da ganz Deiner Meinung. Das ist ja wirklich letztklassig, daß diese Verbrecher die Medien beschimpfen. Ich hoffe, daß es der Kirche und ihren Vertretern dieses Mal nicht gelingt, einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen.
bachter, 27. 03. '10 10:08
Re: Vatikan und Hetze
Dieser Altherrenclub hat das Problem mit dem "Öffentlichwerden" der Missbräuche und nicht mit den Missbräuchen. Gott sei Dank (im wahrsten Sinne) haben diese
"Herren" ihren weltlichen Einfluß verloren.
Sensor, 27. 03. '10 20:47
Re: Vatikan und Hetze
Es ist immer das Gleiche. Wenn man nicht mehr ein und aus weiß, dann tragen die Medien die Schuld. Genau so ist es auch in der Politik (siehe Berlusconi).
Plötzlich haben manche Alzheimer und können sich an nichts mehr erinnern. Manche sind sich keiner Schuld bewusst, als ob sie selber zu beurteilen hätten, ob sie Schuld auf sich geladen haben oder nicht.
Die Egomanen verschwenden keine Gedanken an die Opfer, sondern wollen nur ihre eigene Haut retten.
Die evangelische Bischöfin in Deutschland hatte Anstand und ist wegen eines vergleichsweise geringfügigen Vergehens zurückgetreten. Jene aber in der kath.Kirche, die vertuscht haben, bzw. Maßnahmen zum Schutz der Jugend unterlassen haben, spielen sich jetzt als "arme Opfer auf. Sie sollten unverzüglich gefeuert werden!