"Fakten" aus dem Hause Rosenkranz: Horst
Jakob und sein rechtsextremes Hetzblatt
- Gatte der FP-Kandidatin segelt durch Neonazi-Gefilde
- "Türken, Zigeuner, Neger, ... bleiben uns fremd"

·"Die Parteien sind das krebsartige Übel"
Bedenkliche Zitate aus der Zeitschrift "fakten"
·"Jede Stimme für
sie ist eine Schande"
Bewegendes Lichtermeer gegen FPÖ-Rosenkranz
"Mein Mann gibt eine Zeitung heraus, in der sehr reputierliche Leute schreiben, meinte Barbara Rosenkranz Anfang März, als sie zu den umstrittenen publizistischen Tätigkeiten ihres Ehemanns Horst Jakob befragt wurde. NEWS.at hat sich besagte Zeitschrift, die den unumstößlichen Titel fakten trägt, näher angesehen.
So viel vorweg: Wer sich von diesem Journal objektiven Journalismus erwartet, wird schwer enttäuscht sein. Stattdessen setzen Schriftleiter H. J. und seine Autorenkameraden zu einem medialen Sperrfeuer aus dem Arsenal des Rechtsextremismus an. Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiislamismus, Nazi-Anspielungen und neuere Erkenntnisse auf dem Gebiet der Rassenhygiene feiern im fakten-Blatt Horst Jakob Rosenkranz Urständ.
Türken, Tschetschenen, Asiaten, Zigeuner und Neger bleiben uns fremd. Europa darf kein Multikulti-Babylon werden, durfte sich vor kurzem etwa Walter Marinovic, in rechten Kreisen gern konsultierter Historiker und leidenschaftlicher fakten-Schreiberling, echauffieren. Ein weiterer fakten-Kolumnist ist der 92-jährige Otto Scrinzi (Ich war schon immer rechts, auch innerhalb der NSDAP), der auch im hohen Alter noch fleißig die Feder spitzt.
"Keine Berührungsangst mit Neonazismus"
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) bewertet die Partei Kritische Demokraten, die fakten herausgibt und der Horst Jakob Rosenkranz vorsteht, als rechtsextreme Kleinpartei mit Bindegliedfunktion zwischen der rechtsextremen und neonazistischen Szene und der FPÖ. Es sei in der Tat problematisch, wenn der Ehemann einer Präsidentschaftskandidatin diesem Gedankengut in Form einer Zeitschrift ein Forum bietet, sagt Heribert Schiedel, Rechtsextremismus-Experte beim DÖW: Horst Jakob Rosenkranz besitzt keinerlei Berührungsängste mit dem Neonazismus. Auch wenn seine Frau Barbara nicht selbst für 'fakten' schreibt: So unterschiedlich sind die politischen Ansichten der beiden nicht.
Ein unbescholtener Bürger, wie die blaue Hofburg-Anwärterin ihren Mann gern darstellt, sieht jedenfalls anders aus: In den 80er Jahren trat Horst Jakob Rosenkranz offen als Aktivist der Nationaldemokratischen Partei (NDP) auf, die später vom Verfassungsgerichtshof verboten wurde. Unter anderem stellte der VfGH fest, dass das Programm der Partei in Kernpunkten mit Zielen der NSDAP übereinstimme. Horst Rosenkranz war kein Freizeitextremist, sondern mit Leib und Seele in der neonazistischen Szene aktiv, so Schiedel.
Freundschaftsdienste
Bis heute werden in fakten neonazistische Straftäter wie Gerd Honsik, der als Dichter, Schriftsteller und Politiker [
] seine individuelle Meinung in Wort und Schrift verbreitet hat, beinahe romantisch verklärt. Offenbar handelt es sich dabei um einen späten Dienst unter Freunden, schließlich wollte Horst Jakob Rosenkranz gemeinsam mit Honsik und dem führenden Neonazi Franz Radl mit der Liste Nein zur Ausländerflut bei der Nationalratswahl 1990 kandidieren, wurde allerdings nicht zugelassen. Angesichts dieser Hintergründe erscheint es nur logisch, dass in fakten die Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes regelmäßig gefordert wird. Selbige Forderung hatte auch Barbara Rosenkranz unlängst anklingen lassen, um sie nur wenig später wieder zurückzunehmen. Eine (eidesstattliche?) Distanzierung zu den rechtsextremen Umtrieben ihres Ehemanns ist von ihrer Seite bislang ausgeblieben.
Bedenkliche Zitate aus den "fakten" im Überblick
(jt)
