Offizielles Ergebnis der Wahlen im Irak:
Allawis Oppositionsbündnis stärkste Kraft
- Ministerpräsident al-Maliki akzeptiert Niederlage nicht
- 42 Tote bei Anschlägen vor der Ergebnisbekanntgabe

Das oppositionelle Wahlbündnis des früheren irakischen Regierungschefs Iyad Allawi hat laut offiziellem Endergebnis die Parlamentswahl Anfang März gewonnen. Das schiitisch-sunnitische Bündnis Irakiya sei aus der Abstimmung als stärkste Kraft hervorgegangen, teilte die Wahlkommission in Bagdad mit. Es eroberte demnach 91 der 325 Sitze im Parlament; das rivalisierende Wahlbündnis von Regierungschef Nuri al-Maliki kam auf 89 Mandate.
In den vergangenen Wochen hatte die Wahlkommission immer wieder Teilergebnisse des Urnengangs veröffentlicht, bei denen sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Bündnissen von Allawi und al-Maliki abzeichnete. Beide Lager warfen sich Wahlfälschungen vor.
al-Maliki hat unterdessen angekündigt, den Ausgang der Wahlen nicht zu akzeptieren. Es habe viele Probleme bei der Auszählung gegeben, sagte der schiitische Politiker in einer ersten Reaktion.
42 Tote bei Doppelanschlag
Kurz vor der Bekanntgabe des vorläufigen irakischen Wahlergebnisses sind bei einem Doppel-Anschlag in der Provinz Diyala 57 Menschen getötet und 73 weitere verletzt worden. Die beiden Sprengsätze seien in der Stadt Khalis etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad explodiert, teilte die Polizei mit. Eine Bombe sei in einem Auto, eine am Rand einer Straße versteckt gewesen. Die Tat belegte einmal mehr, wie fragil die Sicherheitslage im Irak auch gut sieben Jahre nach dem Sturz des hingerichteten Machthabers Saddam Hussein ist.
(apa/red)
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