Konsequenzen aus der Wahlschlappe: Präsident Sarkozy bildet die Regierung um
- Interner Kritiker Baroin wird neuer Budgetminister
- Ex-Premier Villepin will eine eigene Partei gründen

Auf die herbe Niederlage seiner konservativen UMP-Partei bei den Regionalwahlen hat der französische Staatspräsident Sarkozy mit einer Kabinettsumbildung reagiert. Prominentester Abgang: Arbeitsminister Xavier Darcos, der in der Region Aquitaine mit nur 28 Prozent kläglich am Kandidaten der oppositionellen Sozialisten gescheitert war. Er wird vom bisherigen Haushaltsminister Erik Woerth ersetzt.
Woerths Posten soll der "junge Wilde" Francois Baroin (44) bekommen. Baroin, ein Vertrauter von Ex-Staatschef Chirac, gilt als Kritiker im eigenen Lager. Er hatte Sarkozy zuletzt vorgeworfen, zu viele Politiker, die nicht aus der UMP kommen, auf Regierungsposten gesetzt zu haben.
Ein erklärter Widersacher Sarkozys aus den eigenen Reihen, Ex-Premierminister Dominique de Villepin, will unterdessen im Juni eine neue - bis dato namenlose - politische Partei als "Alternative" zum amtierenden Staatschef bei der Präsidentenwahl 2012 ins Leben rufen. Dies kündigte der Villepin nahe stehende UMP-Abgeordnete Francois Goulard im Radiosender "France Inter" an. Wie Baroin kritisierte auch Goulard Sarkozys "Öffnung zur Linken". Sarkozy und Villepin waren bereits Rivalen im Kampf um die Nachfolge Chiracs im Jahr 2007.
Darcos sollte in den kommenden Monaten mit den Gewerkschaften über eine umstrittene Pensionsreform verhandeln. Neben ihm verlor auch der linke Politiker Martin Hirsch seinen Job als Hoher Kommissar für Jugend und Soziales. Ein weiterer Chirac-Vertrauter, der konservative Abgeordnete Georges Tron, wurde zum Staatssekretär für den Öffentlichen Dienst im Arbeitsministerium ernannt.
Das konservative Regierungslager unter Führung der UMP hatte am Sonntag bei den Regionalwahlen seine schlimmste Niederlage seit mehr als 50 Jahren kassiert. Die von der Sozialistischen Partei angeführte verbündete Linke erzielte bei der Stichwahl landesweit fast 54 Prozent der Stimmen und gewann in 21 von 22 Regionen auf dem Festland.
(apa/red)
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