Skinhead bekennt sich zu Falschaussage:
Keine "Sieg Heil"-Rufe bei ORF-Reportage
- Aussagen seien auf Druck der Polizei getätigt worden
- PLUS: Protagonist im Interview - "Nichts besprochen"
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ORF zeigte von FPÖ heftig
kritisierte Milieureportage
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Streit um Nazi-Reportage
des ORF geht ins Skurrile

Einer der beiden Skinheads aus der politisch umstrittenen "Am Schauplatz"-Reportage hat in einem Interview bestätigt, der Polizei "Sieg Heil"-Rufe bei einer Wahlveranstaltung von FPÖ-Chef Strache gestanden zu haben. Dies sei allerdings auf Druck der Ermittler geschehen und entspreche nicht der Wahrheit, beteuerte er gegenüber dem Blatt.
Die FPÖ hatte dem ORF unter anderem vorgeworfen, den beiden Skinheads 80 Euro für "Nazi-Sager" angeboten zu haben. Der Jugendliche bestätigte im Interview eine derartige Behauptung vor der Polizei: "Ich weiß. Aber das ist eine Falschaussage. Der Ed (Reporter Eduard Moschitz, Anm.) hat uns kein Geld für bestimmte Sager angeboten."
Dazu, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache weiterhin darauf beharrt, einen "Sieg Heil"-Sager gehört zu haben, meint Kevin M.: "Das haben sich Strache und seine Laufburschen eingebildet. Deshalb musste der ORF auch keine Bänder manipulieren. Strache hat im Fernsehen gesagt, wir seien armselig. Nicht ich, sondern Strache ist armselig."
"Habe es vierzig Mal erklärt"
Auch der Ausruf "Sieg Heil" sei bei der Strache-Kundgebung in Wiener Neustadt nie gefallen: "Ich habe den beiden Polizisten vierzig Mal erklärt, dass es nicht so war. Vier Stunden haben die mich einvernommen." Schließlich hätten die Beamten dem Jugendlichen und der Freundin des anderen Skinheads mit U-Haft gedroht: "Wir können das Spiel gern weiterspielen, haben sie gemeint, aber wenn ihr nicht kooperiert, dann werdet's euch anschauen. Also hab' ich halt gesagt, was sie hören wollten."
Dem ORF widersprach der Skinhead, dass es lediglich 100 Euro für die beiden für die Abtretung der Persönlichkeitsrechte gegeben habe, was bereits mehrmals vonseiten des Unternehmens betont worden war. "Wir haben für die Drehs sicher mehr als zwei Mal 100 Euro bekommen. Insgesamt waren es schon an die 700 Euro." Auch das "einschlägige G'wand" habe der Redakteur bezahlt. "Wir wurden richtig eingekleidet", so der Skinhead in dem "Kurier"-Interview.
ORF: Vorwürfe gegen Moschitz schwinden
Nach den Aussagen des Hauptprotagonisten der "Am Schauplatz"-Reportage "Am rechten Rand" in einem APA-Interview (siehe Substory) und den Angaben seine Freundes Kevin gegenüber dem "Kurier" sieht ORF-Kommunikationschef Pius Strobl die strafrechtlichen Vorwürfe gegen den Redakteur Eduard Moschitz schwinden: "Der Vorwurf, er hätte sie zur Wiederbetätigung angestiftet, scheint in sich zusammenzubrechen." Strobl verwies gegenüber der APA außerdem auf die widersprüchlichen Angaben der beiden, wie viel Geld ihnen der Redakteur gegeben habe. Kritik übte weiterhin die FPÖ, die den ORF-Sprecher attackierte. (apa/red)
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