Samstag, 27. März 2010

Kärntner SPÖ wählt Peter Kaiser zum Boss:
Überraschender Wahlsieg mit 78,4 Prozent

  • Neo-Parteichef will mehr Platz für Junge und Frauen
  • "Diese Partei ist handlungsfähig unf handlungswillig"

Die Kärntner SPÖ hat bei ihrem Landesparteitag in Klagenfurt Landesrat Peter Kaiser zum Nachfolger von Reinhart Rohr als Parteivorsitzenden gewählt. Kaisers Sieg gegen die Mitbewerber Herwig Seiser und Leopold Sever fiel mit 78,4 Prozent überraschend deutlich aus. Zuvor hatte es gewisse Irritationen gegeben, weil der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer die für die Zulassung als Kandidat notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht hatte. Bei der Wahl zum Parteivorstand setzte es massive Streichungen für Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter (121) und die Klagenfurter Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (101).

Gerhard Köfers Kandidatur hatte in einer geheimen Abstimmung nicht die notwendige Zustimmung erreicht, einige Delegierte aus seinem Heimatbezirk Spittal/Drau verließen daraufhin verärgert den Parteitag. Die drei Bewerber präsentierten in jeweis 15-minütigen Ansprachen ihre Vorstellungen über die Parteiführung. Kaiser überzeugte dabei mit seinem Fünf-Punkte-Programm offenbar am meisten. Er will der Partei Orientierung geben, mehr Platz für "Junge und Frauen" schaffen. Er sprach sich gegen Fundamentalopposition aus, will die SPÖ aber "deutlich unterscheidbar" machen.

Seiser redete der Opposition das Wort, die SPÖ müsse kantiger sein und dürfe nicht mehr mit der Regierungskoalition "kuscheln". Er überzeugte mit seiner Linie nur 17,9 Prozent der Delegierten. Noch schlechter ging es für Sever aus, der sich als unbeschädigter Kandidat präsentierte, der von keinen umstrittenen Entscheidungen der Vergangenheit belastet sei. Das reichte gerade einmal für 3,7 Prozent der Stimmen.

Kaiser: "Partei handlungsfähig und handlungswillig"
Kaiser bedankte sich nach der Wahl für das eindeutige Votum und gab sich kämpferisch: "Diese Partei ist handlungsfähig und handlungswillig." Indirekt ging er auch auf die Turbulenzen der vergangenen Monate und Jahre ein, als er sagte: "Jeder Angriff auf den Parteivorsitzenden oder einen Spitzenrepräsentanten ist ein Angriff auf die Partei, und das werden wir nicht zulassen."

Der scheidende Parteivorsitzende Reinhart Rohr hatte vor der Wahl seines Nachfolgers mit etwas Wehmut Bilanz gezogen. Er hätte sich oft "Flankenschutz" aus den eigenen Reihen gewünscht, eine Unterstützung seiner Stärken und Hilfe dabei, seine Schwächen zu kaschieren. "Das braucht der Vorsitzende", betonte Rohr. (apa/red)

27.3.2010 19:07
Woppo, 29. 03. '10 21:11
Solche Deppen gibt es nur in Kärnten,wollen Wahlen gewinnen
streiten aber weiter bis zum bitteren Ende !
keinauto, 30. 03. '10 12:45
Re: Solche Deppen gibt es nur in Kärnten,wollen Wahlen gewinnen
Leider haben Sie recht!!!