Die Welt ist wieder ein bisschen sicherer:
USA & Russland reduzieren ihre Atomwaffen
- Einigung auf ein neues Abrüstungsabkommen erzielt
- Uneinigkeit bei umstrittenem Raketenabwehrsystem

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Russland und die USA endgültig auf einen neuen Abrüstungsvertrag geeinigt. Die Vereinbarung löst den 1991 unterzeichneten START-Vertrag ab, der bereits Anfang Dezember ausgelaufen war und als Grundpfeiler der Rüstungskontrolle gilt. Der "Neue START-Vertrag" sehe eine Beschränkung auf je 1.550 Atomsprengköpfe vor und solle heute in Prag unterzeichnet werden, teilte das Weiße Haus mit. Washington betonte die historische Tragweite des Vertragswerks, während Moskau den gefundenen Interessensausgleich zwischen beiden Staaten unterstrich.
Kremlchef Dmitri Medwedew und US-Präsident Barack Obama hatten zuvor in einem Telefonat die letzten Hindernisse für einen neuen atomaren Abrüstungsvertrag beseitigt. "Nach Jahren der Verhandlungen haben die USA und Russland den umfassendsten Abrüstungsvertrag in nahezu zwei Jahrzehnten beschlossen", sagte Obama in Washington. Gleichzeitig rief er andere Länder dazu auf, diesem Beispiel zu folgen.
Der neue Abrüstungsvertrag spiegle einen Ausgleich zwischen den Interessen zwischen den USA und Russland wider, sagte Medwedew nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen in dem Telefongespräch mit Obama. Gleichzeitig lobte der russische Präsident den Einsatz beider Regierungen für die Verringerung der nuklearen Sprengsätze, wie Medwedews Sprecherin sagte.
Festgeschrieben wird nach der Übereinkunft der beiden Staatschefs unter anderem eine Beschränkung auf 800 Trägersysteme auf beiden Seiten, unter anderem Trägerraketen oder schwere Bomber. Die Unterhändler beider Seiten hatten seit Monaten um den letzten Schliff für das neue Abkommen zur atomaren Abrüstung gerungen.
Raketenabwehrsystem als Streitpunkt
Ein Streitpunkt dabei war das von den USA geplante Raketenabwehrsystem in Osteuropa. Laut US-Verteidigungsminister Robert Gates wird es nicht von dem Vertrag berührt. Eine Kremlsprecherin erklärte dagegen, der von Russland abgelehnte Raketenschild in Osteuropa werde im Vertrag in juristisch bindender Form erwähnt.
US-Außenministerin Hillary Clinton verwies auf die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen der USA und Russlands. "Wir brauchen nicht so große Arsenale für den Schutz unserer Länder und unserer Verbündeter gegen die beiden größten Bedrohungen unserer Zeit: die Verbreitung von Atomwaffen und den Terrorismus", sagte Clinton. Der Vertrag bedeute einen "bedeutenden Fortschritt in unserer Zusammenarbeit mit Russland".
(apa/red)
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