Kirche holt Klasnic als Opferbeauftragte:
Ex-Landeshauptfrau zurück im Rampenlicht
- Soll Kommission für Missbrauchsfälle vorstehen
- Opferplattform mit Kommissionslösung unzufrieden

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Die ehemalige steirische Landeshauptfrau Klasnic wird "unabhängige Opferbeauftragte" der katholischen Kirche. Das teilte Kardinal Schönborn in der ORF-"Pressestunde" mit. Der Wiener Erzbischof reagiert damit auf das Bekanntwerden von immer mehr Missbrauchsfällen in Kirchenkreisen. Klasnic wird in den kommenden Wochen eine unabhängige Kommission zu den Missbrauchsfällen zusammenstellen.
Sie soll am Gründonnerstag mit Schönborn zusammentreffen, um die weitere Vorgangsweise festzulegen. Für die Finanzierung der Tätigkeit werde die Kirche aufkommen, wobei keine Kirchenbeitragsmittel eingesetzt werden, betonte der Wiener Erzbischof.
Die frühere Politikerin hatte ihre Bereitschaft bekundet, diese Aufgabe zu übernehmen. "Wir wollen die Unabhängigkeit der Aufklärung garantieren", so Schönborn. Ob weitere Politiker in Klasnics Team sein würden, konnte er nicht sagen, jedenfalls würden diesem keine "Amtsträger der Kirche" angehören.
Schwierige Aufgabe für Klasnic
Die Bestellung Klasnics sei mit den anderen Bischöfen abgesprochen. Eine staatliche Untersuchungskommission will er damit nicht vermeiden, auch mit einer solchen wolle man kooperieren. Zur Anzeigepflicht meinte Schönborn, dass eine solche bei "gravierendem Verdacht" stattfinden müsse. Die unabhängige Opfer-Beauftragte soll auch mit ihrem Team festlegen, wo finanzielle Zuwendungen notwendig sind.
Wo Täter noch belangt werden können, so Schönborn, müssen sie zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn diese bereits verstorben sind, müsse man - etwa zur Finanzierung von Therapien - "einspringen", sagte der Kirchenmann.
Opferplattform mit Bestellung unzufrieden
Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" ist mit der Einsetzung einer unabhängigen Kommission durch Klasnic nicht zufrieden. Sie stellt die Unabhängigkeit der angekündigten Stelle infrage, der Schritt sei "nur ein paar Zentimeter in die richtige Richtung". Auch der Justizsprecher der Grünen, Albert Steinhauser, sieht darin nur einen Anfang bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. Die Kirche müsse die Opfer direkt entschädigen. (apa/red)
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