Montag, 15. März 2010

2015 wird Jobmarkt in Österreich kippen:
Mehr Berufsaussteiger als Berufseinsteiger

  • Trendwende hat innerhalb der EU bereits begonnen
  • Immer mehr Menschen gehen früher in Pension

Der österreichische Arbeitsmarkt wird 2015 kippen: Dann wird es weniger Berufseinsteiger als altersbedingte Berufsaussteiger geben, ist das Ergebnis der veröffentlichten Studie Allianz Demographic Pulse.

Konkret wird laut Studie der Anteil der Jugendlichen von 504.000 auf 467.000 schrumpfen und die Zahl der Älteren von 447.000 auf 478.000 steigen. Besorgniserregend sei, dass immer mehr ältere Menschen früher in Pension gehen, während gleichzeitig immer weniger Junge auf dem Arbeitsmarkt nachrücken, um die Nachwuchslücke zu schließen.

Erschwerend komme hinzu, dass es auch bei den Erwerbsquoten der österreichischen älteren Arbeitnehmer düster aussieht: Sind im EU-Durchschnitt noch rund ein Drittel aller Personen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren erwerbstätig, ist das in Österreich nur etwa jeder fünfte - damit liegt Österreich im EU-Vergleich auf Platz 18. Das staatliche Pensionssystem werde durch diese Trends stärker unter Druck kommen. Hinzu komme, dass die sinkenden Geburtenraten mittelfristig auch zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führen werde.

Trendwende innerhalb der EU
Innerhalb der EU findet diese Trendwende bereits heuer statt. Erstmals gibt es im EU-Raum weniger potenzielle Berufseinsteiger als Berufsaussteiger aus Altersgründen. In konkreten Zahlen: 28,6 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren stehen EU-weit 28,8 Millionen Einwohnern zwischen 60 und 65 Jahren gegenüber. Damit ist die Zahl der Personen im (Vor)-Ruhestandsalter erstmals um rund 200.000 höher als die der Schulabgänger. Die Tendenz dieser Entwicklung ist steigend.

Eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer sei die arbeitsmarktpolitische Herausforderung der nächsten Jahre. Wichtige Weichen hierfür wurden in den letzten Jahren mit Reformen des Pensionssystems bereits gestellt. Nun müssen die entsprechenden Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt geschaffen werden. "Ein österreichweiter Schulterschluss ist notwendig: Auf der einen Seite ist die Politik gefordert, Weichenstellungen für den Arbeitsmarkt vorzunehmen - auf der anderen Seite sind auch Unternehmen gefordert, im Rahmen ihrer Personalpolitik nachhaltige Lösungen umzusetzen", so Allianz-Vorstandsvorsitzender Wolfram Littich zur Studie.

(apa/red)

15.3.2010 15:36
War-Lord, 16. 03. '10 11:26
Gibt es künftig im Rahmen einer Mindestsicherung auch höhere Familienbeihilfen??
Bitteschön, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen... eine rumänische Staatsbürgerin die vor 2 Jahren mit ihrem rumänischen Mann und ihren 7 Kindern nach Österreich gekommen ist, arbeitet einige Stunden pro Woche in einem Imbiss-Stand als Küchenhilfe. Jene Frau hat mich nun gefragt, ob sie jetzt auch mehr Familienbeihilfe für ihre 7 in Rumänien geborenen minderjährigen Kinder bekommt, die hier schulpflichtig sind und hier die Schulbank drücken müssen... zumal sie jetzt hier in Österreich neuerlich von ihrem Mann schwanger geworden ist und in den nächsten Monaten ihr 8. Kind hier bei uns in Österreich gebären wird.
hary1965, 15. 03. '10 17:50
Immer wieder
gibt es Voraussichten die nie eintreffen, seit Jahrzehnten wird prognostiziert, dass zuwenig Arbeitskräfte sein werden und es ohne weitere Zuwanderung nicht gehen wird, nun wir haben 2010 und es gibt eine Rekordarbeitslosigkeit, die nicht nur ungelernte Kräfte trifft sondern auch Akademiker. Einen Mangel gibt es nur bei Facharbeitern, da jeder der nur irgendwie kann studiert. Diese Facharbeiter befinden so gut wie gar nicht unter den Zuwandern, die endweder als völlig ungebildete Arbeitskräfte vorhanden sind oder Studenten die nach ihrem Studium nicht mehr nach Hause wollen. Es wäre einmal nötig Arbeitslose dazu zu bringen sich für Mangelberufe aus zu bilden und nicht nur Halbherzig in sinnlose Kurse zu schicken
War-Lord, 15. 03. '10 18:09
Aber mit knapp über 1.300 Pension ...
mit knapp über 1.300 Pension im Monat kommst aber leider auch nicht so weit, da ist nur 1x im Jahr ein Sommerurlaub für 3 Wochen drinnen, leider!! Zum Glück kann ich öfter bei den Nachbarn bissl aushelfen beim Fliesenlegen oder bei der Elektrik und mir so den einen oder anderen Euro neben meiner Frühpension dazuverdienen...
galileo2, 15. 03. '10 18:18
Re: Immer wieder
ich finde deinen artikel hervorragend u kann dazu nur sage: " dem ist nicht mehr hinzuzufügen.
MyHomebound, 15. 03. '10 17:02
immer mehr gehen früher in Penson
solange in Österreich Wirbelsäulenoperierte (möchte gerne die Ärzte, die DAS entschieden haben) zwar Tennisspielen, Mountainbiken und undenlang in Lokalen sitzen können, aber keinen "sitzenden" und anderen Beruf ausüben können (und weit über € 900,00 fürs Verarschen bekommen) kannes uns nicht schlecht gehen. WARUM ÜBERPRÜFT DAS KEINER
War-Lord, 15. 03. '10 17:35
Re: immer mehr gehen früher in Penson
:)) ich sitze auch jeden Tag 3-4 Studen im Cafe oder im Bierlokal und da ich jetzt in Frühpension bin habe ich auch mehr Zeit zum Tennisspielen und Radfahren ... Ich möchte mich hier bei unserem Staat für die Frühpension bedanken, die ich die nächsten 45 Jahre (also bis zum 90. Lebensjahr) noch gerne weiterhin genießen möchte!!! Danke Danke und nochmals Danke!! *gg Und ich möchte noch dazusagen dass ich unsere ÖBB sehr lieb habe!!