Sonntag, 21. März 2010

Bestimmt Brüssel bald die Bundesbudgets?
EU will Regierungen auf die Finger schauen

  • Währungskommissar Rehn: "Kontrolle verbessern"
  • EU-Kommission in Planung der Budgets eingebunden?

Die EU-Kommission will künftig schon die Budgetplanung der einzelnen Mitgliedsstaaten streng überwachen. Der Stabilitätspakt müsse geändert werden, damit die Brüsseler Behörde mehr Kontrollrechte bekomme, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. "Wir müssen die Kontrolle der Haushalte in den EU-Ländern deutlich verbessern." Rehn kritisierte, dass die EU-Kommission von den Mitgliedsländern derzeit erst dann informiert werde, wenn deren Budgets längst feststehen. "Das ist zu spät", betonte er.

Die EU-Kommission sollte daher künftig bereits in die Planung der nationalen Budgets eingebunden werden, um rechtzeitig Fehlentwicklungen im Finanzrahmen eines Landes zu erkennen, die nicht den Stabilitätsanforderungen der Eurozone übereinstimmten. "Bewegt sich dann ein Haushalt in die falsche Richtung, muss darüber in der Eurogruppe sehr ernsthaft diskutiert werden", forderte Rehn gegenüber der "Welt am Sonntag".

Der finnische EU-Kommissar kritisierte zugleich die Budgetpolitik der deutschen Regierung. Deutschland müsse sich in den kommenden Jahren noch mehr anstrengen, um den Schuldenberg abzubauen. Rehn wies außerdem Forderungen nach härteren Strafen für Defizitsünder wie Griechenland zurück. "Das oberste Ziel der EU sollte jetzt nicht die Verschärfung der Sanktionsinstrumente für Defizitsünder sein. Vielmehr muss die Prävention im Rahmen des Stabilitätspaktes verbessert werden", sagte Rehn. Die EU habe "bisher nicht die Mittel, ordnungsgemäße Haushalte in den Mitgliedsländern durchzusetzen, so dass am Ende keine Probleme entstehen und Strafen gar nicht nötig werden." Durch die geforderten Kontrollrechte bei der Budget-Planung der einzelnen Mitgliedsstaaten könnte dieses Ziel leichter erreicht werden.
(apa/red)

21.3.2010 08:36
maierhofer____, 21. 03. '10 21:02
Was habts ihr alle?
Wenn da wirklich fähige Leute dahintersetzen würden, wäre das eine eine Verbesserung unserer Situation.
guglu, 21. 03. '10 22:17
Re: Was habts ihr alle?
Sehe das doch etwas anders, nämlich als schrittweise Entmündigung des Staates Österreich. Allerdings stimme ich mit Ihrer Meinung überein, dass es im Moment an fähigen Politikern in unserem Land fehlt. Und das schon seit vielen Jahren. Leider.
interzona, 22. 03. '10 15:52
Re: Was habts ihr alle?
an maierhofer: Stimme dir vollkommen zu! Wenn man sich ansieht, was zum Beispiel in Italien passiert. Dieser Berlusconi hat alles unter Kontrolle. Alle wichtigen TV-Sender gehoeren ihm, Mafiosis hat er in das Parlament gehievt und ist noch dazu 100% korrupt. Obendrein ist er unangreifbar, weil er sich die Gesetze zurechtschmiedet, um nicht zu den angesetzten Prozessen gegen ihn erscheinen zu muessen.
Bezueglich Oesterreich (siehe Hypo-Skandal und ungerechte Umverteilung und diskriminierenden Gesetzen Auslaendern gegenueber) wird es hoechste Zeit europaeisch zu handeln und auch einzugreifen denn dies ist das Zeitalter Europas- Oesterreich ist out.
maierhofer____, 23. 03. '10 19:42
Re: Was habts ihr alle?
Die einzigen Länder in der Europa die momentan noch halbwegs sinnvoll wirtschaften sind Spanien, Irland, die skandinavischen Staaten und vl noch Deutschland u Frankreich

@interzona, genau so sehe ich das
guglu, 21. 03. '10 18:30
Wir haben
zur Zeit zwar keine Mauer mehr um uns herum, ab die Damen und Herren in Brüssel sind bereits fleissig am bauen einer solchen, in dem man uns dann nicht nur ins Budget dreinredet sondern uns auch noch sagen wird, wie wir zu leben haben, wann wir leben dürfen und wann wir von der Bildfläche zu verschwinden haben. Armes Österreich. Hier sind unsere Politiker mehr als gefragt endlich einen Schlußstrich unter die diktatorischen Maßnahmen aus Brüssel zu ziehen. In unserer Verfassung ist die freiheit des Menschen fixiert. Brüssel negiert dies.
interzona, 22. 03. '10 15:55
Re: Wir haben
Es ist aber nicht sehr frei, Menschen, die aus einem anderem Land fluechten, hier um Asyl ansuchen, in Schubhaft zu stecken. Hoffentlich kann die EU das aendern.
Vasant, 21. 03. '10 12:18
EU Diktatur!
Na wer sagts denn ... seit Jahren werden die Mitglieder
bereits von der EU geführt und nun will man auch noch
die Kontrolle über die Budgets was zur Folge hat, dass
man dann auch noch höhere Beiträge von den einzelnen
Ländern einfordern wird, weil man deren Gesamtsituation
bis ins Detail kennt.

Bald hat kein Mitgliedsland mehr etwas in der eigenen
Politik zu melden, weil diese bereits seit Jahren von der
EU in Brüssel gemacht wird und wie man anhand der
Finanzkrise sieht, macht die EU einen tollen Job;)
Dantine, 21. 03. '10 13:10
Re: EU Diktatur!
Ich möchte sogar noch weitergehen:
OK, dass die EU eine gewisse Kontrolle haben soll, finde ich ja noch einigermassen angemessen.
Aber dass dieser aufgeblähte Beamtenapparat eine Hilfe darstellen soll, das glaubt wohl niemand im Ernt! Ich würde hier eher eine Bremse und Be/Verhinderung sehen!
Aber wenn sie sich weniger um Gurkenkrümmung und Tomatenfarbe und Marmelade kümmern, haben sie vielleicht mehr Zeit für echte und wichtige Tätigkeiten!