Freitag, 19. März 2010

Knastbrüder geben Bernie Madoff Saures:
Betrüger wegen Streit um Geld verprügelt

  • Mithäftlinge berichten von gravierenden Verletzungen
  • Offizielle Gefängnisstellen weisen den Vorfall zurück

Das werden harte 150 Jahre für Bernard Madoff: Knappe zwölf Monate nach seiner Inhaftierung wurde der 71-jährige Milliardenbetrüger von einem Mitgefangenen verprügelt. Es ging - wenig überraschend - um einen Geldstreit. Die Gefängnisleitung bestreitet den Vorfall zwar, Berichte über eine gebrochene Nase, Rippenprellungen und Platzwunden am Kopf sprechen aber eine andere Sprache.

Im findigen Umgang mit Geld anderer Menschen hat sich Bernard Madoff schon als Wirtschaftstreibender viel Ärger eingehandelt. Nun wurde bekannt, dass dieses Problem dem überführten Milliardenbetrüger aber auch während seiner 150-jährigen Haftstrafe noch nachhängt.

Bereits im Dezember muss der 71-Jährige nach Verletzungen in die medizinische Abteilung eines US-Bundesgefängnisses im Bundesstaat North Carolina verlegt werden. Offizielle Erklärung: Schwindelanfälle und Bluthochdruck. Tatsächliche Ursache laut Recherchen des "Wall Street Journal": Prügelattacke durch einen Mithäftling.

Anwalt reserviert
Ein Madoff-Anwalt scheut davor zurück, den Vorfall aufzuklären: "Ich kommentiere den Zustand des Gefangenen oder seiner Familie nicht", so Ira Sorkin. Deutlicher werden da allerdings zwei Mithäftlinge, die in Madoffs Gefängnis Haftstrafen wegen Drogenvergehens absitzen. Deren Berichten zufolge brach zwischen Madoff und einem Gefängnisgenossen ein Streit über die Begleichung einer geschuldeten Geldsumme aus. Dabei kam es zu einem Übergriff auf den Milliardenbetrüger, der Verletzungen im Gesicht und im Brustbereich davontrug.

Dass mit dem mutmaßlichen Angreifer nicht gut Kirschen essen ist, hätte Madoff allerdings ahnen können: Sein Attentäter sitzt wegen eines Drogenvergehens ein, hatte vor seiner Verhaftung Bodybuilding betrieben und trug den schwarzen Gürtel im Judo. Auch wenn die offizielle Bestätigung für den Vorfall noch ausbleibt - die Gefängnisleitung wird in den nächsten Jahren jede Menge zu tun haben, um für die Sicherheit des mit sagenhaftem Reichtum in Verbindung gebrachten Madoff zu sorgen.
(mei)

19.3.2010 11:25