Donnerstag, 18. März 2010

Für Waffen hat Griechenland immer Geld:
Deutsche Industrie freut sich über Aufträge

  • Athen gibt vier Prozent seines BIP für Rüstung aus
  • Milliardenaufträge für deutsche Waffenproduzenten

Griechenland ist so gut wie pleite - nur dumm, dass sich das noch nicht bis zum Athener Verteidigungsministerium durchgesprochen hat. Denn trotz unüberbrückbaren Budgetlochs gibt der südeuropäische Staat weiterhin Milliarden für Rüstungsprojekte aus - unter tatkräftiger Mithilfe Deutschlands.

Österreichs nördlicher Nachbar ist in einer zweifelhaften Jahresbilanz ganz vorne mit dabei: Bei den Waffenexporten belegt Deutschland hinter den USA und Russland weltweit den dritten Platz. Der größte Teil der militärischen Ausfuhren Deutschlands landet in der Türkei - und Griechenland.

Die Griechen lassen sich den Interessenskonflikt um die Ägäis nämlich vier Prozent des Bruttosozialproduktes kosten. Zum Vergleich: Die Staatsverschuldung Athens beläuft sich auf knapp 13 Prozent. Griechenland hätte es also in der Hand, die eigene Neuverschuldung kräftig einzudämmen. Wenn da nicht Deutschland wäre.

Deutschland macht gute Geschäfte
Das südeuropäische Land kauft nämlich 31 Prozent seines Militärmaterials in Deutschland an. Eben erst bestätigte Athen inmitten der griechischen Überschuldungsdebatte, den seit Jahren umstrittenen Kontrakt über den Ankauf deutscher U-Boote beizulegen - und die deutschen Gefährte zu kaufen. Auch wenn Griechenlands Regierungschef Papandreou angekündigt hat, die U-Boote gleich weiterzuverkaufen, muss Athen nun erst einmal 2,8 Milliarden Euro berappen.

Und das könnte noch nicht einmal alles sein. Die europäische Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung des griechischen Staates könnte sich Griechenland nämlich teuer erkauft haben. Von einem möglichen Eurofighter-Deal wird bereits gesprochen. Nutznießer davon wäre Hersteller EADS - und dessen Miteigentümer Daimler.
(mei)

18.3.2010 15:43
brabus, 19. 03. '10 10:57
Steuergeld für Waffen
Solange Griechenland Steuergeld für Waffen ausgibt, darf kein einziger Cent aus Österreich zum Stopfen der leeren Staatskassen vergeudet werden. Das haben unsere Politiker der EU klarzumachen.
pusher23, 22. 03. '10 13:15
Re: Steuergeld für Waffen
So sehe ich das auch! Aber ob das eingehalten wird ist eine andere Frage...