Montag, 22. März 2010

Ausnahmezustand im Süden von Island:
Hunderte Menschen vor Vulkan geflüchtet

  • Flugverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt
  • Mittlerweile Entwarnung auf Nordatlantik-Insel

Der Vulkanausbruch auf Island dauert weiter an. Der Eyjafjallajökull spuckt seit mehr als 24 Stunden Lava und Asche aus. Die Gefahr einer Gletscherschmelze mit Überschwemmungen scheint aber zunächst gebannt, weil sich der Ausbruch in einem nicht mit Eis bedeckten Gebiet des Vulkans ereignete. Allerdings weiß niemand, wie lange die Eruption dauern wird. "Es kann morgen zu Ende sein, es kann aber auch noch Wochen oder Monate dauern", sagte der Geologe Tumi Gudmundsson. Der Vulkan war zuletzt im Jahr 1821 ausgebrochen.

Die durch den Ausbruch entstandene Rauch- und Aschewolke reichte nach Angaben von Meteorologen bis in einen Kilometer Höhe. In der Ortschaft Fljotshild regnete es auch Asche. Der Rettungsdienst erklärte nach Beobachtungsflügen mit einem Helikopter, der durch die Vulkanaktivitäten entstandene Riss unter dem Gletscher sei einen Kilometer lang.

Der Vulkan war zum ersten Mal seit 1823 ausgebrochen. Experten gingen davon aus, dass der Ausbruch gut 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Reykjavik begrenzt bleiben werde.

Die Einwohner aus der Gegend hatten um Mitternacht gleißendes Licht aus dem Gletscher beobachtet, berichtete der isländische Sender RUV. Rund 500 Isländer wurden aus Sicherheitsgründen zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Nach der teilweisen Entwarnung begaben sich viele in ihre Häuser zurück.

Flugzeuge mussten umfliegen
Der Verkehr auf dem internationalen Flughafen Keflavik sowie auf den nationalen Flugplätzen von Reykjavik und Akureyri wurde für mehrere Stunden eingestellt. Transatlantikflüge mussten Island weiträumig umfliegen. Nach einigen Stunden begann sich die Luftverkehrssituation zu normalisieren.

Island liegt genau auf der Grenze zweier Kontinentalplatten und verdankt seine Existenz als Insel den an der Nahtstelle intensiven vulkanischen Aktivitäten. Der bekannteste und aktivste Vulkan ist die Hekla. Sie war zuletzt vor zehn Jahren ausgebrochen und hatte dabei mehr als zehn Kilometer hoch Lava ausgestoßen. Von den insgesamt 140 isländischen Vulkanen sind derzeit rund 30 aktiv.

(apa/red)

22.3.2010 11:52