Missbrauchsfälle von der Kirche vertuscht:
Deutscher Bischof räumt Verschleierung ein
- Freiburger Robert Zollitsch: "Ja, das hat es gegeben"
- Vorfälle in Bayern ohne das Wissen des Papstes?

·Missbrauchsopfer
vom Papst enttäuscht
"Wollen von der Kirche endlich Taten sehen"
·Missbrauchsfälle
"erschüttern" Papst
Pastoralbrief befasst sich
ausschließlich mit Irland
·"Vertrauen junger Menschen verraten"
Auszüge aus dem Brief von Papst Benedikt XVI.
·Auch Johann Weber
räumt Fehler ein
Grazer Altbischof zeigt sich zutiefst betroffen
·Eine Million will aus der Kirche austreten
Missbrauchsaffäre lässt
"Schäfchen" davonlaufen
·Die Katholische Kirche am Pranger
KOMMENTAR: Missbrauch
- ein Kind des Schweigens
·VIDEO-Umfrage:
'Das Zölibat ist schuld'
Das hält Österreich von der Katholischen Kirche
Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, hat eingeräumt, dass in der katholischen Kirche Fälle sexuellen Missbrauchs verschleiert wurden. Zollitsch sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus": "Ja, das hat es bei uns gegeben. Seit Jahren jedoch steuern wir den entgegengesetzten Kurs."
Sexueller Missbrauch von Minderjährigen, sagte Zollitsch, sei "über Jahrzehnte in der gesamten Gesellschaft vertuscht worden. Man lässt das Problem nicht in seiner gesamten gesellschaftlichen Bedeutung an sich heran." Auch wenn immer deutlicher werde, dass "die meisten Fälle außerhalb des kirchlichen Raumes" geschehen, seien sie in der Kirche besonders schlimm. "Dass Übergriffe in solcher Zahl auch in unseren Einrichtungen stattgefunden haben, beschämt mich und bewirkt in mir ein großes Erschrecken. Jeder einzelne Fall verdunkelt das Gesicht der ganzen Kirche."
Zollitsch trat allerdings dem Vorwurf entgegen, der Zölibat sei mit Ursache für sexuelle Übergriffe. Es gebe "jedenfalls keine direkte Verbindung". Wohl in kaum einem anderen Beruf als dem des Priesters werde während der Ausbildung so viel in Bezug auf die emotionale Reife zur Klärung beigetragen. "Wenn in der Ehevorbereitung nur ein Zehntel dieser Sorgfalt auf die Persönlichkeitsbildung verwendet würde, wäre es um den Bund von Mann und Frau vielleicht um vieles besser bestellt."
Zu den Angriffen auf den Papst, in dessen Münchner Zeit ein Missbrauchsfall verschleiert wurde, sagte Zollitsch, dies sei weder auf Weisung noch mit Kenntnis des damaligen Erzbischofs geschehen. Joseph Ratzinger habe "in seiner Zeit an der Spitze der Glaubenskongregation entscheidende Impulse für eine drastische Verfolgung solcher Straftaten gegeben und als Papst sich in den USA und jüngst durch seinen Brief an die irischen Gläubigen unzweideutig positioniert".
(apa/red)
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