Freitag, 19. März 2010

Papst hat Missbrauchs-Brief unterzeichnet:
Schreiben wird aber erst morgen öffentlich

  • Hirtenbrief richtet sich vor allem an die irische Kirche
  • Dänischer Bischof gegen Einmischung der Behörden

Papst Benedikt XVI. hat am Freitag den mit Spannung erwarteten Hirtenbrief zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche unterzeichnet. Das Schreiben, das vor allem an die irische Kirche wegen der dortigen tausendfachen Missbrauchsfälle gerichtet ist, wird am morgigen Samstag veröffentlicht. Besonders in Deutschland sind die Erwartungen hoch, dass sich Benedikt konkret zu diesen Fällen äußert.

In Rom hieß es, der Papst wolle klare Wege aufzeigen, wie Pädophilie in der Kirche ausgemerzt werden soll. Joseph Ratzinger hatte angekündigt, das Dokument an seinem Namenstag - dem Tag des heiligen Josef, dem 19. März - zu unterschreiben. "Meine Hoffnung ist, dass der Hirtenbrief euch hilft auf dem Weg der Reue, der Heilung und Erneuerung", hatte er gesagt.

Die deutschen Bischöfe wollen ihre Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen verschärfen. Demnach muss künftig jeder Verdachtsfall der Staatsanwaltschaft gemeldet werden. Die Bischofskonferenz der bayrischen Bistümer hat diese Meldepflicht bereits in Kraft gesetzt.

"Keine Anzeigepflicht für die Kirche"
Indes bekräftigte der katholische Bischof von Dänemark, Czeslaw Kozon, die ablehnende Haltung der Kirche gegenüber einer behördlichen Untersuchung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester in Dänemark. Kozon ließ auf Anfrage wissen, es bestehe für die Katholische Kirche keine öffentliche Anzeigepflicht für derartige Übergriffe - weder für Fälle aus der Vergangenheit noch für eventuell auftauchende neue.

Es gebe keine kirchlichen Dienstvorschriften zur Vertuschung von Missbrauchsfällen. Darauf wies der "Staatsanwalt" in der vatikanischen Glaubenskongregation, Charles J. Scicluna, am Freitag laut Kathpress hin. Im Gegenteil sei es ein "klares Prinzip", dass kirchliche Stellen Strafanzeige erstatten müssten, wenn dies nach dem staatlichen Recht verlangt werde, so Scicluna. Es bestehe auch die allgemeine moralische Pflicht, mit staatlichen Behörden zu kooperieren.

(apa/red)

19.3.2010 15:54
Kasperltheater, 19. 03. '10 12:59
Kirchenpack
Wer soll denn den Greis noch ernstnehmen, der weiß doch gar nicht mehr, was er redet und außerdem haben die Kirchenvertreter doch überhaupt keine Ahnung vom wirklichen Leben, darum kann er sich auch den Hirtenbrief an den Hut stecken. Ist sowieso ein Armutszeugnis, wenn das tagelang dauert, bei den vielen Helfern, die er hat. Aber am liebsten wäre ihm und der ganzen Mischpoche, wenn sie sich wieder einbunkern könnten, so wie in der Vergangenheit. Das einzige, mit dem man diese Leute treffen kann, ist der Entzug der Kirchensteuer. Die haben doch alle in ihrem Leben noch keinen einzigen Tag richtig gearbeitet, nur blabla verbreitet und jetzt sieht man ohnehin, was ihre Hauptbeschäftigung war und sicher auch noch weiterhin ist.
brabus, 19. 03. '10 10:40
Hirtenbrief
Was für ein erbärmliches Verhalten. Etwa so, als würde ein Haus brennen und der Feuerwehrkommandant kommt mit einem Glas Wasser vorbei und dem Brandstifter gibt er Instruktionen wie man mit Streichhölzern umgeht ...
Maika, 19. 03. '10 15:05
Re: Hirtenbrief
Es ist wirklich erbärmlich. Der Hirtenbrief an die Iren wurde im Dezember angekündigt, jetzt ist März. Zu den Deutschen Mißbrauchsfällen will er gar nichts sagen.Papst Benedikt kann mit einem Hirtenbrief nichts erreichen, geschweige denn, der Kirche zu Reue, Erneuerung und Heilung verhelfen, solange bei den Vertretern der Kirche selbst der Wurm drinnen ist!!