Sarkozy erleidet eine deftige Niederlage:
Massive Verluste bei den Regionalwahlen
- Frankreich: Regierungslager bekommt nur 36 Prozent
- Rechtsextreme Front National mit starkem Ergebnis

Die linken Wahlbündnisse aus Sozialisten und Grünen haben die Regionalwahlen in Frankreich gewonnen. Das Regierungslager von Präsident Nicolas Sarkozy ist der große Verlierer. Die linken Wahlbündnisse kamen nach Schätzungen landesweit auf etwa 54,3 Prozent der Stimmen. Sarkozys Rechte lag dagegen abgeschlagen bei 36,1 Prozent, die rechtsextreme Partei Front National erreichte 8,7 Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag mit 51 Prozent vier Punkte höher als am vergangenen Sonntag. Von den beiden einzigen Regionen, die bisher in der Hand der Rechten waren, hat sich lediglich das Elsass gehalten. Korsika fällt an die Linken. Hinzugewonnen hat die Regierungsmehrheit voraussichtlich zwei Überseeregionen. Auf der vor Afrika liegenden Insel Reunion erklärte sich die Rechte bereits zum Sieger. In Französisch-Guayana soll ebenfalls die Rechte vorn liegen, wegen der Zeitverschiebung wurden die Ergebnisse aber erst später erwartet.
"Wir haben es nicht geschafft zu überzeugen", sagte Premierminister Francois Fillon. Er übernehme einen Teil der Verantwortung und werde am Montag mit dem Präsidenten darüber reden, fügte er hinzu. Es wird damit gerechnet, dass er der Form halber seinen Rücktritt anbietet und das Kabinett anschließend begrenzt umbildet.
Fillon spielte zugleich die nationale Bedeutung der Wahl hinunter. "Ein großes Land wie Frankreich kann man nicht nach dem Rhythmus von Regionalwahlen regieren", betonte er. Als dringendste Herausforderung nannte er unter anderem das hohe Haushaltsdefizit und die Renten.
Le Pen legt zu
Jean-Marie Le Pen, der Chef der Rechtsextremen, hat sein Ergebnis in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur auf knapp 23 Prozent verbessert. Seine Partei habe in allen Regionen, in denen sie in der zweiten Runde angetreten war, ihr Ergebnis im Vergleich zur ersten Runde verbessert.
Etwa 43 Millionen Wähler waren aufgerufen, über die Zusammensetzung der 25 Regionalparlamente zu entscheiden, in denen es bei der ersten Runde noch keine absolute Mehrheit gegeben hatte. Die Wahl wird weithin als Stimmungstest für die Regierungspolitik gewertet.
(apa/red)
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