Druck Washingtons zeigt in Israel Wirkung:
Netanyahu will Wohnungsbau verschieben
- Zusage zur Freilassung palästinensischer Häftlinge
- UNO-Generalsekretär Ban zu Verhandlungen in Gaza

·Clinton ist empört
über Israels Affront
US-Außenministerin hält nichts vom Siedlungsbau
·Israels Bauvorhaben stoppt Friedensdialog
Palästinenserpräsident gegen Verhandlungen
·Israel will sich schon wieder "ausbreiten"
Große Empörung wegen neuen Siedlungsplänen
Israel will den geplanten Bau hunderter neuer Wohnungen in Ostjerusalem verschieben, um den Streit mit den USA über das Projekt zu entschärfen. Ministerpräsident Netanyahu habe Washington außerdem zugesagt, palästinensische Häftlinge freizulassen, erklärten vier Minister.
Medienberichten zufolge ist der Regierungschef ferner bereit, die Blockade des Gazastreifens zu lockern und wichtige Themen des Nahost-Konflikts in von den USA vermittelten Gesprächen zu diskutieren.
Israel hatte vergangenen Woche Baugenehmigung für 1.600 Wohnungen im Ostteil Jerusalems erteilt. Bekanntgegeben wurde dies ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Biden, was in Washington für ernste Verstimmungen sorgte.
Washingtons Nahost-Sondergesandter Mitchell wird am Sonntag in Jerusalem mit Netanyahu zusammentreffen. Am Montag will er Palästinenserpräsident Abbas in Ramallah treffen. Ob dies bereits der Auftakt der geplanten indirekten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ist, wollte er nicht sagen.
Ban Ki-Moon in Gaza
Mitchell hätte eigentlich bereits in den vergangenen Tagen Gespräche in Israel und im Westjordanland führen sollen, die Reise wurde wegen der diplomatischen Verstimmungen aber verschoben. Die USA und Israel waren über die israelischen Siedlungsaktivitäten in Streit geraten.
UNO-Generalsekretär Ban traf bereits im Gazastreifen ein. Er will In Gaza seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk bekunden und die Notwendigkeit unterstreichen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben, sagte Ban am Samstag bei einem Besuch im Westjordanland. Es handelt sich bereits um den zweiten Besuch des UNO-Generalsekretärs im Gazastreifen seit der israelischen Militäroffensive "Gegossenes Blei" vom 27. Dezember 2008 bis zum 18. Jänner 2009.
(apa/red)
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