Mittwoch, 17. März 2010

"Blutopfer" der Opposition in Thailand: Das Blut tausender Menschen wurde vergossen

  • Viele Thaksin-Anhänger lassen sich Blut abnehmen
  • Blutmassen wurden vor Regierungssitz verspritzt

Die Protestbewegung in Thailand hat mit einem symbolischen "Blutopfer" begonnen, um eine Neuwahl des Parlaments zu erzwingen. Zu diesem Zweck ließen sich in der Hauptstadt Bangkok tausende Anhänger des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Blut abnehmen, das vor dem Regierungssitz vergossen wurde.

Die Geste soll zeigen, dass sie ihr Blut für die Demokratie geben. Die Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra verlangen den Rücktritt von Regierungschef Abhisit Vejjajiva und Neuwahlen. Dieser lehnt die Forderung ab.

Riesige Spendenaktion
Die Anführer der Demonstranten schütteten rund 50 Container mit insgesamt 275 Litern vor sechs Eingängen des Regierungssitzes aus. "Wenn Abhisit zur Arbeit kommt, muss er über da Blut des Volkes fahren", sagte Anführer Nattawut Saikuer. Das Blut hatten die Demonstranten vorher in einer riesigen Spendenaktion in Zelten abgegeben.

Schwere Bewachung
Abhisit hatte sein Büro allerdings an einen Armeestützpunkt verlegt, um sich von den Demonstranten nicht einzingeln zu lassen. Der Regierungssitz war schwer bewacht. Die Sicherheitskräfte griffen aber nicht ein. "Wenn es ein friedlicher Protest ist, muss man es zulassen", sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn. In der Stadt sind mehr als 40.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz.

Große Beteiligung
Seit dem frühen Morgen folgten tausende Demonstranten dem Aufruf zur Blutabgabe. In ihren für die Opposition typischen roten Hemden standen sie in hunderte Meter langen Schlangen. Krankenschwestern setzten die Nadeln, und spritzen das Blut anschließend in große Container. 10.000 Menschen sollen zur Ader gelassen worden sein. Krankenhäuser kritisierten die Aktion. Soviel Blut hätte Leben retten können, meinten Ärzte.

Die Oppositionsbewegung "Vereinigte Front für Demokratie und gegen Diktatur" hatte am Wochenende 100.000 Thaksin-Anhänger nach Bangkok gebracht. Die Rothemden zögen erst ab, wenn Neuwahlen ausgerufen seien, drohte sie. Allerdings lichteten sich die Reihen der Demonstranten nach Meinung von Augenzeugen am Dienstag merklich. Unter den Oppositionellen machte sich Ermüdung breit. Sie seien frustriert, dass die Regierung ihrer Forderung nach Neuwahlen nicht nachgebe, sagten einige der wegen ihres Erkennungszeichen als Rot-Hemden bezeichneten Demonstranten. Anderen machte die sengende Hitze in Bangkok schwer zu schaffen.

(apa/red)

17.3.2010 08:54
War-Lord, 17. 03. '10 09:09
Ich glaube hier wurden die Falschen zum Aderlass gebeten...
Seid mir nicht böse liebe Leute in Bangkok... ich will mich ja nicht in Eure interne Landespolitik einmischen... aber ich frage mich schon: "Warum das EIGENE Blut vergießen"??? ;-)