Montag, 22. März 2010

LH-Sessel wackelt nach Wahlniederlage:
Experten sehen rotes "Alarmsignal" für SPÖ

  • Ergebnis Indiz für "massive Mobilisierungsprobleme"
  • Voves' Ton gegenüber Bundespartei wird schärfer

Der rote Landeshauptmann-Sessel von Franz Voves wackelt. Das sonntägige Ergebnis der steirischen Gemeinderatswahlen bei denen die ÖVP ihren Vorsprung auf die SPÖ auf neun Prozentpunkten ausbaute, sei ein deutliches "Alarmsignal" für die SPÖ, waren sich die Politikexperten Werner Beutelmeyer vom "market"-Institut, Peter Hajek und Thomas Hofer.

"Die SPÖ muss sich nach dieser Wahl ernsthafte Sorgen machen, ob Voves den LH-Sessel halten kann", sagte Hofer. Auch wenn Gemeinderatswahlen nicht eins zu eins auf die Landtagswahlen umgelegt werden können, deute das Ergebnis auf "massive Mobilisierungsprobleme" bei der SPÖ hin. Der LH-Sessel "wackelt", sagte Hofer.

Voves verlangt Profilschärfung
Voves selbst sieht in der steirischen Kommunalwahl eine Wirkung von "bundespolitischen Entwicklungen und bestimmten Tendenzen", besonders in der Obersteiermark. Die zum Teil katastrophalen Verluste in roten Hochburgen wie Kapfenberg (minus 20,7 Prozentpunkte) oder Bruck an der Mur (minus 12,2 Prozentpunkte) seien nicht durch irgendwelche Sonderfaktoren erklärbar, so der Landeshauptmann im Ö1-Morgenjournal. Der Ton gegenüber der Bundes-SPÖ wird jedenfalls wieder schärfer: "Wir werden einen interessanten Bundesparteitag Mitte Juni erleben, wo wir unsere Frage der Profilschärfung sehr intensiv noch einmal diskutieren sollten", so Voves, der nach der 12. Wahlniederlage in Folge dringenden Handlungsbedarf bei den Sozialdemokraten seht.

"Harte Aufgabe" für die SPÖ
Beutelmeyer erwartet sich für die Landtagswahl im Herbst eine "besondere Dynamik" und eine "harte Aufgabe" für die SPÖ. Der Urnengang sei ein "äußerst ernstzunehmendes Signal". Die Verluste für die Sozialdemokraten erklären sich für den "market"-Chef u.a. aus der wirtschaftlichen Krise, die auch die Metall- und Autoindustrie in der Steiermark getroffen habe. Diese wirtschaftliche Unsicherheit mache sich bei der SPÖ bemerkbar, gleichzeitig habe diese Positionierungsdefizite.

Hajek betonte zwar, dass Gemeinderatswahlen nicht zu vergleichen seien mit Landtagswahlen. Die aktuellen Ergebnisse seien aber für die SPÖ ein Warnsignal. "Ein gutes Omen schaut anders aus." Das könne zu einem Mobilisierungsproblem im Herbst werden, sagte er. Dass die Sozialdemokraten besonders viel in ihren Hochburgen Kapfenberg oder Bruck an der Mur verlieren, sei nicht neu. Rote Verluste in ehemaligen Industriestädten seien seit den 90ern ein Trend, allerdings habe die SPÖ auch keine geeigneten Konzepte dagegen gefunden.

Probleme bei FPÖ und Grünen
Das Problem der FPÖ, die kaum zulegen konnte, sieht Hajek im personellen Bereich. Die Freiheitlichen seien zwar auf Bundesebene gut aufgestellt, nicht aber in den Gemeinden. Auch Beutelmayer führt das magere Ergebnis auf die "dünnen Personalkapazitäten" der Freiheitlichen zurück. Hofer glaubt, dass die FPÖ nicht alle Proteststimmen abholen kann, wenn sie zu sehr im rechten Eck steht.

Etwas überlegen sollten sich aber auch die Grünen, sagte Hofer. Denn sie würden offensichtlich keinen Fuß auf den Boden bekommen. Beutelmayer attestiert den Grünen "Stillstand". Sie würden nicht "vom Fleck kommen", vor allem in der Bundespartei sieht er seit dem Abgang von Alexander van der Bellen keine Dynamik. "Da gibt es Handlungsbedarf", meinte Beutelmayer. Die Grünen werden auch bei der Landtagswahl zu kämpfen haben, meinte auch Hajek. Die Steiermark sei für sie aber nie ein leichtes Pflaster gewesen.

(apa/red)

22.3.2010 10:48
mr.sauer, 22. 03. '10 22:05
WIRKLICH
interessant, dass immer die Kleinen (und damit meine ich nicht Voves) Schuld an Niederlagen haben. Ein guter Trainer (kein Fußballer) sagte mal: Es gewinnt ein Team und es verliert ein Team. Also meine lieben Herr Granden der SPÖ. Putzt euch nicht immer an kleinen Bürgermeistern ab.
Vasant, 22. 03. '10 13:25
Die Ironie der SPÖ!
Nach einer Niederlage wackelt der Sessel vom Voves, der
eindeutig einer der besseren in der Partei ist und bei dem
"erfolgreichen" Faymann der eine Niederlage nach der
anderen einbringt kommt das Thema Rücktritt nicht mal
zur Sprache???

Der Sessel vom Voves wackelt eh nur, weil er das sagt
was sich fast 2/3 der Österreicher über die SPÖ denken!

Das größte Übel für die SPÖ ist der Faymann und so lange
der nicht endlich seinen "verdienten" Rücktritt einleitet,
wird die SPÖ in den Keller sinken und dort vergammeln.

WEG MIT DEM FAYMANN!
derberg, 22. 03. '10 17:21
Re: Die Ironie der SPÖ!
vassant du hast es ganz genau getroffen- nur leider wirds nix helfen- die gehen sicher nicht freiwillig- faymann und konsorten wollen abcashen
brabus, 22. 03. '10 11:33
Gemeinderatswahlen
Das Problem bei diesen Wahlen ist, dass der Wähler das Versagen der Bundes und Landesregierung auf seine lokale Gemeindevertretung reflektiert. Das Versagen der Gemeindevertreter liegt darin, dass sie sich zuwenig um die Grundbedüfnisse in den Gemeinden und viel zu viel mit Landes und Bundesthemen beschäftigen. Und was dabei rauskommt dient niemandem.
mundl66, 22. 03. '10 08:45
oame Spö
De oide Parteibiachl Generation von damals wird imma weniga. Junge Leit glauben eich den ganzn Bledsinn nimma was oft von eich gebt´s.
sidestep, 22. 03. '10 11:46
Re: oame Spö
Messerscharf analysiert! Genauso ist es!!!
DeFacto, 22. 03. '10 08:44
nur lokal - hat nix mit SPOe zu tun ... geht's noch?
Das ist sicher nur eine lokale Schwäche dieser Pseudo-Sozial-Partei. Die Menschen in Österreich lieben das intelligenzfreie Vorgehen der Prammer, die Verblödung unserer Kinder dank Schmieds Bildungspolitik und die pauschale Verurteilung aller Männer als Homosexuelle oder Gewalttäter durch Quotengräberin und Propagandaministerin Heinisch ... geht's noch, Herr Faymann?
... leider ist das mit der Intelligenzlosigkeit der Österreicher schon so weit, dass sie zur OeVP überlaufen ... geht's noch, liebe Landsleute?!
derberg, 22. 03. '10 10:13
Re: nur lokal - hat nix mit SPOe zu tun ... geht's noch?
roter kanzler und genossen
seit faymann/rudas usw gehts rasant bergab- und die werden scheinbar nicht munter- keine linie- keine konsequenzen an oberster stelle- den schuld an den verlusten sind die kleinen funktionäre und spitzenkandidaten in den gemeinden- des kann doch keiner mehr glauben- aber handerlhalten mit dem pröll und lächeln und abcashen ist doch wunderbar- a zeitl wirds schon noch gehen und dann ab in die gut bezahlte politikerpension und zu an lukrativen job in die privatwirtschaft- dort als spitzenmanger für noch höhere gagen sorgen - gewinne erhöhen- leute- arbeiter entlassen- siehe siemens brigitte ederer- des san echte sozis- na pfiat gott
sidestep, 22. 03. '10 11:48
Re: nur lokal - hat nix mit SPOe zu tun ... geht's noch?
Auch das ist völlig richtig bemerkt. Nur die, die es bemerken sollen, die merken es nicht oder wollen es nicht merken.
sidestep, 22. 03. '10 07:29
Klinken putzen
Ja, Ja Herr Voves! Wissen würden Sie schon wie es geht, nur Sie sind sich halt auch zu schön zum "Klinken putzen" wie Sie es von Ihren Mitstreitern verlangt haben. Immer von den Anderen verlangen, was man selbst nicht gerne tut. Der Dialog mit dem gewöhnlichen Volk, wo Sie einst ja herkamen was Sie aber schon längst zu vergessen haben scheinen, ist halt um vieles schwieriger als Ihre unbedeutenden Reden im Landesparlament. Die da unten sollen laufen und "Klinken putzen" damit Sie da oben ein feines und beschauliches Leben führen kann. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Heute muss sich auch der Herr da oben anstrengen weil der Wähler halt mobil geworden ist und das ist Ihnen halt viel zu anstregend. Der Erfolg dieser Denkensweise wird sich im Herbst zeigen!