Rechtsextreme bei FPÖ-Veranstaltung?
Reportage des ORF sorgt für großen Wirbel
- Skinheads sollen extra dafür bezahlt worden sein
- VIDEO: Pius Strobl weist Straches Vorwürfe zurück
·Rechtsextreme bei FPÖ-Veranstaltung?
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Der Wirbel um eine ORF-Reportage über eine Veranstaltung der FPÖ hat nun auch das Privatfernsehen erfasst. Der Chef der Freiheitlichen, Heinz-Christian Strache, bekräftigte in der Diskussionssendung "Talk of Town" auf PULS 4 seine Vorwürfe gegenüber dem ORF, der in einem Beitrag ein manipulatives Bild seiner Partei und seiner Anhänger gezeichnet habe.
Drei "Nazi-Statisten" seien laut Strache vom ORF zu einer Parteiveranstaltung der FPÖ in Wiener Neustadt extra hingebracht und bezahlt worden, "um dort unter ORF-Regieanleitung manipulativ dieses Bild zu erzeugen". Bei einer Pressekonferenz sprach er von Manipulationen an jenem Band, das der ORF der Öffentlichkeit vorgeführt hatte. Beweise dafür oder das von ihm behauptete "Sieg Heil", das einer der Skinheads nach seiner Darstellung bei der Aufnahme gerufen haben soll, blieb Strache jedoch schuldig. Der FPÖ-Chef behauptete dafür, Hinweise aus hohen ORF-Kreisen erhalten zu haben, wonach das Band bearbeitet worden sei. Wer sein Informationsgeber aus "höchsten ORF-Kreisen" war, wollte Strache nicht eingrenzen. Er sprach von "Direktoriumskreisen", später von "Vorstandskreisen", eine genaue Festlegung ließ er sich allerdings nicht entlocken.
Strobl weist Manipulation zurück
ORF-Kommunikationschef Pius Strobl war bei PULS 4 per Telefon zugeschaltet und verteidigte seinen Sender sowie die Verantwortlichen in der "Am Schauplatz"-Redaktion: "Ich würde mich freuen, wenn der Herr Parteiobmann einmal zur Kenntnis nimmt, dass dies keine Milieustudie über die FPÖ, sondern über die rechtsradikale Szene ist." Der veranwortliche Redakteur Eduard Moschitz habe "vollkommen richtig" gehandelt, die Manipulationsvorwürfe seitens der FPÖ seien unberechtigt.
Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell führte Straches Angriffe auf den ORF in "Talk of Town" auf eine altbewährte Taktik der FPÖ zurück, die auch bereits sein Vorgänger Jörg Haider angewandt habe: "Immer dann, wenn die FPÖ in der Öffentlichkeit ein Problem hat, treten Sie die Flucht nach vorne an, indem sie Journalisten mit aus der Luft angegriffenen Vorwürfen konfrontieren." Der Behauptung, Strache habe entsprechende Informationen aus höchsten ORF-Kreisen erhalten, wollte Hausjell nicht wirklich Glauben schenken.
Weitere Informationen zur Diskussionssendung "Talk of Town", die wochentags von 19:15-19:40 Uhr auf PULS 4 läuft, finden Sie unter www.puls4.com.
(apa/red)
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