Debatte um den Bundesrat nicht erwünscht: Regierung lehnt Abschaffung kategorisch ab
- ÖVP-Klubobmann: "Halte es für ziemlichen Unsinn"
- Grüne sind für eine "klarere Länderpositionierung"
·Benötigt Österreich noch den Bundesrat?
Die NEWS.at-Umfrage zum Vorschlag der SPÖ
·Voves will steirischen
Landtag verkleinern
Bis spätestens 2015 um 20 Abgeordnete weniger
·Bei den Budgets gibt es keine Kompromisse
Bundesländer pochen auf ihre Finanzautonomie

Die Regierungsparteien haben keine Lust, den Bundesrat abzuschaffen. Sowohl SPÖ-Klubobmann Josef Cap als auch sein ÖVP-Gegenüber Karlheinz Kopf lehnten eine entsprechende Diskussion im Kielwasser der Spar-Vorschläge des steirischen Landeshauptmanns Franz Voves ab. Cap kann sich vorstellen, allfällige Reformen "im Zuge der Staats- und Verwaltungsreform" zu erörtern, so sein Sprecher. Kopf ist dagegen, in der Debatte "nur punktuell bei einer einzelnen Institution" anzusetzen.
"Wir sind ein föderaler Bundesstaat, dazu bekenne ich mich", so Kopf. "Ich halte es für einen ziemlichen Unsinn, im Staatsgebilde punktuell eine einzelne Institution abzuschaffen." Die Diskussion sei daher "ziemlich entbehrlich".
Für die FPÖ bringt deren Verfassungssprecher den Freiheitlichen Wunsch nach einem "Länderparlament" statt dem Bundesrat aufs Tapet: Bestückt mit Landeshauptleuten, Abgeordneten der in den Ländern vertretenen Fraktionen und den Finanzreferenten solle dieses Gremium durch ein "echtes Vetorecht" für länderrelevante Materien aufgewertet werden.
"Klarere Länderpositionierung"
Die Grünen verweisen auf ihr Konzept für eine Art "Generallandtag", so Bundessprecherin Eva Glawischnig, also die Entsendung von Landtagsabgeordneten für eine "klarere Länderpositionierung". Generell hält sie aber eine "punktuelle Bundesratsdiskussion für sicher nicht zielführend", es brauche ein Gesamtkonzept. Und überdies hat nach Ansicht der Grünen eine Reform der Bürgerbeteiligung am parlamentarischen Prozess höhere Dringlichkeit.
Das BZÖ tritt für eine Abschaffung des Bundesrats ebenso wie für eine Halbierung des Nationalrats und der Landtage ein.
(apa/red)
